Ralf Gabler – Schmerztherapie & Hypnosecoaching

50plus Podcast | Sexwork | Lenia Escort | #12

Lenia – Independent Escort aus Berlin spricht über Ihre Arbeit

Locker, lebensfroh, unbeschwert. Einfach unglaublich wie angenehm es war mit Lenia über Sex und Sexwork zu plaudern. Wer ist Lenia? Am einfachsten ist das mit ein paar Zeilen ihrer Homepage beschrieben:

Klar ist für mich, dass Nähe, Zärtlichkeit und Verbundenheit menschliche Grundbedürfnisse sind. Genau wie eine Köchin es zu ihrem Job gemacht hat, anderen das Bedürfnis nach Nahrung zu erfüllen, sehe ich meinen Nebenjob darin Geborgenheit und Nähe zu geben. Der Unterschied ist, dass die Köchin ihr Essen weggeben muss, während ich noch ein großes Stück vom Kuchen abbekomme 😉

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der Frauen sich verstecken müssen, die mit sich und ihrem Körper genau das machen, was sie wollen. Und eins kann ich versprechen: Ich LIEBE meinen Job!

Du wirst das Interview lieben! Versprochen.

Zur Website von Lenia geht es hier:
https://www.lenia-escort-berlin.de/

Zum Podcast von Lenia und Luisa (unbedingt reinhören!):
https://open.spotify.com/show/3uh0Nfs5NMhOzR4dQ6bJ3f?si=HslF7eLeQDmZ0FC2-CNasw

Luisas Website:
https://luisa-escort-hamburg.de/

Hier kann man sich über Sexarbeit in Deutschland informieren:
https://berufsverband-sexarbeit.de/

Ralf Gabler erreichst du über die Kommentare unten.

Für alle „Nichthörenwoller“ habe ich ein Transcript erstellt:

Podcast Transcript:

Du bist nie zu alt um jung zu sein. Der 50+ und drunter Podcast. Genieße dein Mittelalter stark, glücklich und gesund mit Ralf Garbler.

Ralf: Hallo, herzlich willkommen beim 50+ Podcast und ich freue mich riesig! Ich habe heute einen ganz spannenden Gast oder eine Gästin. Und zwar die Lenia und die Lenia ist ein Independent Escort Girl. Hallo Lenia.

Lenia: Hallo, schön hier zu sein.

Ralf: Ja, mich freut es tatsächlich ganz riesig. Spannendes Thema Escort. Magst du vielleicht den Zuhörern die es nicht wissen oder nicht genau wissen mal sagen was ist denn Escort? Was kann man sich darunter vorstellen? Was ist das, was du beruflich so machst?

Lenia: Puh, also gar nicht mal so einfach, weil da vieles ineinander gemischt ist. Also wir haben uns ja gerade schon ganz kurz unterhalten. Das ist halt, man könnte so ein bisschen sagen, geht in Richtung Prostitution, weil es hat auf jeden Fall was mit Sex zu tun. Aber es ist eben noch ein bisschen mehr. 

Also im Gegensatz zum Beispiel zu einem Callgirl, sowas habe ich sehr selten, das biete ich auch garnicht an, dass man so eine Stunde aufs Hotelzimmer geht oder so, sondern es ist wirklich viel: Man verbringt den ganzen Abend zusammen, man geht irgendwie schön essen, man verbringt vielleicht auch die Nacht zusammen, manchmal auch ein ganzes Wochenende oder fährt sogar zusammen in den Urlaub. Also es ist so eine Geliebte auf Zeit würde ich sagen.

Ralf: Wir hatten ja vorher schon kurz per Email kommuniziert und da tauchte natürlich in deinem Mail-Header oder im Absender tauchte eben ‚die Geliebte auf Zeit‘ auf. Fand ich ja irgendwie total schick und süß. Eine Geliebte auf Zeit ist eigentlich eine schöne Beschreibung, du hast so ein kleines bisschen hast du das hier anklingen lassen. Wie läuft denn so aus deiner Sicht ein typisches Escort ab?

Lenia: Also die meisten Dates sind ja oft auch mit Herren oder Damen oder was auch immer, die man schon kennt. Und dann ist es oft so: Ja, man trifft sich. Vielleicht landet man schon auf dem Hotelzimmer oder man trifft sich gleich und geht essen. Das ist schon sehr oft Teil dessen. Und genau dann geht man hinterher aufs Hotelzimmer. 

Da ist es dann üblich, dass man miteinander schläft oder generell eine intime Zeit miteinander verbringt. Und genau, man geht dann nachts irgendwann wieder. Oder man bleibt in der Nacht und hat vielleicht morgens noch mal Spaß auf dem Hotelzimmer und geht dann. Das ist so der übliche Ablauf, würde ich sagen.

Ralf: Hmm, also im Prinzip wirklich, wie man sich ein relativ normales, schönes, harmonisches Wochenende vorstellt.

Lenia: Genau, ja. Es ist genauso wie ein normales Date, was ich hätte, wenn ich jetzt sage ich mal in irgendwelchen Dating-Apps jemanden treffen würde. Nur dass vorher eben schon ein bisschen abgesprochen ist, was genau die Vorstellungen sind. Natürlich. Und es gibt eben Geld-Übergaben.

Ralf: Klar, es ist dien Job. Insofern sollte der auch bezahlt werden.

Lenia: Es ist schön, dass du das sagst, weil viele Leute, die meinen Job nicht so sehr akzeptieren, sagen so: Ja, wenn sie so viel Spaß macht, dann mach’s doch kostenlos. Aber dann denke ich immer eher, das könnte man zu jedem sagen, der seinen Job mag. Es vielleicht nicht so ein Argument.

Ralf: Ja,, ich bin ich völlig mit dir d’accord. Das ist definitiv kein Argument. Mir macht Sport auch Spaß und mir macht es auch Spaß, Sport mit meinen Kunden zusammen zu machen. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich dafür nicht bezahlt werden will. Genau das ist völlig klar. 

Dann, du hast es so nett angesprochen: Wenn dir das Spaß machen würde, dann könntest du es ja auch so machen. Da wäre jetzt wirklich auch eine Frage, ich glaube, die wahrscheinlich auch den einen oder anderen Zuhörer oder Zuhörerin drückt. Wie ist denn das hat so ein Gescort Girl ein quasi privates Sexleben und ein geschäftliches Sexleben? Oder gibt es nur geschäftliches Sexleben oder wie findet sowas statt?

Lenia: Auch unterschiedlich. Also in meinem Fall und ich kenn auch andere Freundinnen von mir. Ich bin ja sogar in einer festen Beziehung. Das heißt natürlich, Gott sei Dank, ich habe auch noch ein privates Sexleben. Aber ich würde zum Beispiel, obwohl wir jetzt auch offiziell eine offene Beziehung haben, ich würde jetzt nicht mehr privat One-Night-Stands haben oder sowas. 

Weil die Dates im Escort einfach dass immer sehr, sehr übertoppen, was ich da erleben würde. Und dadurch ist es halt einfach nicht nötig. Aber ja, ich würde schon sagen, die meisten Damen, die in der Sexarbeit arbeiten, haben schon noch ein privates Sexleben, weil das ist noch mal ein bisschen anders. Ist jetzt nicht besser oder schlechter, sondern einfach ein bisschen anders.

Ralf: Magst du oder kannst du den Unterschied beschreiben?

Lenia: Also im Escort würde ich sagen, probiert man auch mehr verrücktere Sachen aus. Also ich habe jetzt zum Beispiel schon Bondage-Sessions mit Kunden gehabt oder Dreier oder sogar vierer Konstellation, also mit noch einem oder zwei anderen Frauen zum Beispiel oder auch noch mit einem anderen Mann dazu gebucht. Ich überlege, ob mir da noch was einfällt?

Nee, aber man probiert mehr Sachen aus, einfach. Und im Privaten ist es glaube ich oft so, dass man dann doch so ein bisschen träge ist oder sowas. Und dann ist es halt doch der Sex auf dem Sofa, vor dem Fernseher oder so.

Und es ist mehr abgesprochen auf jeden Fall im Escort, man sagt schon vorher: Magst du Analsex? Magst du BDSM? Magst was auch immer? Man spricht es vorher mehr ab.

Und na klar, der Fokus ist natürlich im privaten Sex bei mir mehr auch darauf, dass ich auch mal einen schlechten Tag haben kann oder so. Und wenn ich arbeite, dann gibt es so was nicht, dann gibt es halt nicht: Ich habe mal einen schlechten Tag oder so was. Sondern da bin ich eben in Topform und mein Fokus liegt darauf. Ich will jetzt das es dem oder der Kunden gut geht. Genau das sind so die Unterschiede würde ich sagen.

Ralf: Das ist so, also irgendwo anders habe ich es mal gelesen, dass eben der private Sex bei einer Sex Workeinr oder bei einer Sexarbeiterin dann einfach auch das Ding ist, wo man sich mal eher fallen lassen kann und selber sich ganz der Geschichte hingeben kann, während man ja, wenn du auf Arbeit bist, einfach versuchen muss, das Ding irgendwie zu wuppen.

Lenia: Ja genau, genau. Also ich überleg, es fällt mir gerade schwer das auch so zu sagen, weil es ist echt so, dass ich mich im Escort total fallen lassen kann und das ich würde sagen 99,9 Prozent der Kunden, denen geht es eigentlich nur darum die ganze Zeit mir eine schöne Zeit zu machen. Also das scheint denen immer sehr wichtig zu sein.

Ralf: Ja cool.

Lenia. Ja, ist total cool. Deswegen, ja mein Sex ist auch im Escort also auf jeden Fall besser als privater Sex. Nicht mit einem Partner, sondern mit One-Night-Stands. Deswegen kann ich jetzt gar nicht sagen, dass ich mich im privaten Sex selbst mehr ausleben kann. 

Aber es ist schon eher so ich kann mich halt mehr entspannen und mein Fokus kann auch mal ganz auf mir liegen. Und ich kann auch mal sagen: Oh, jetzt hör mal auf, hol mir was zu trinken oder so was. Und im Escort halt eher nicht.

Ralf: Okay. Ja, also total spannende Welt. Ist sicherlich das, was die meisten, wenn überhaupt, als Kunde kennen. Ich glaube jetzt mal nicht unbedingt, dass wir, wird sich jetzt vielleicht ändern, viele Sexarbeiterinnen haben, die den 50 plus Podcast hören. 

Was mich natürlich Thema 50plus auch brutal interessiert: Was ist so, dass das Durchschnittsalter von deinen Kunden bzw. bis zu welchem Alter wirst du gebucht?

Lenia: Auf jeden Fall. 50+ passt ganz gut. Es gibt auch manchmal Anfragen von so ich glaube, meine jüngste Anfrage sag ich mal bei 22. Aber manchmal sind es dann auch irgendwie Leute, die nur sich einen Scherz erlauben oder so. Also ist bisher noch nichts zustande gekommen. 

Und ich glaube auch sonst ist das jüngste womit ich wirklich Dates hatte, war so 35 in dem Dreh und bisher bin ich glaube ich bis ungefähr 60 hochgegangen. Ich habe jetzt auch keine super harte Grenze, aber ja, so um die 60 ist dann schon so mein Altersgrenze ungefähr.

Ralf: Okay, womit hängt die Altersgrenze zusammen? Was macht die für dich aus?

Lenia: Immer weniger muss ich sagen. Also also bei mir war es jetzt so, kann auch Zufall sein, dass ich glaube mein Lieblingsalter ist 55 oder so! Genau bei diesen jüngeren Kunden, die ich hatte, ich darf jetzt nichts falsches sagen.

Ralf: Wir sind hier völlig unter uns, Lenia.

Lenia: Machst du so eine Altersbeschränkung im Podcast?

Ralf: Ja, man muss sagen: Ich bin über 50 und dann darf man erst hören. Nur mit Ausweiskontrolle am Eingang.

24 Punkte für dich. Genieße eine schmerzfreie, gesunde und fitte zweite Lebenshälfte.

Du bekommst die neuesten Tipps und die besten Rezepte für deine zweite Lebenshälfte regelmäßig in deine Mailbox. Bring deine Gesundheit auf das nächste Level. Und das völlig kostenfrei! Einfach Emailadresse hinterlassen.

Lenia: Genau. Nee, also es ist einfach, bei denen war das eher so, für mich ist dann eher so freundschaftlich und lustig und es ist auch toll. Was aber bei den älteren Herren, war es schon öfter so, dass die mehr in Richtung, ich will auch mal was ausprobieren oder so gegangen sind. Und das macht mir dann halt noch mal ein bisschen mehr Spaß, weil ich dann auch neue Sachen erleben darf und so.

Ralf: Also was ich immer wieder glaube, wenn ich dich jetzt so höre, dass dir das ganze Ding einfach im Gegensatz zu dem, was ja ganz oft behauptet wird, von wegen Zwangsprostitution und ich weiß nicht, was das du an deinem Job, an dieser Sexarbeit einfach einen scheiß Spaß hast.

Lenia: Also ich riesig doll. Ja, es gibt sicher auch die andere Seite. Aber genau, ich habe es halt angefangen, weil ich wollte mich irgendwie neu erkunden, neue Sachen lernen. Und dafür ist das halt perfekt.

Ralf: Es ist wirklich faszinierend. Du strahlst hier so beim Reden so richtig Freude aus. Und es die Schattenseite und die negative Seite davon gibt, ich glaube, da brauchen wir nicht nicht drüber zu reden. Das ist wahrscheinlich auch jedem Zuhörer klar. Aber ich finde es einfach genial, wenn das auch mal rüberkommt, dass eben nicht jeder Sex gezwungen ist und irgendwie schlecht ist und dass man sich dafür schämen muss oder was auch immer. 

Sondern dass das für den einen oder die andere durchaus eine ganz gute Möglichkeit ist, Sex zu haben, überhaupt und vielleicht auch mal Dinge auszuprobieren. Dann habe ich gleich noch die Idee, die nächste Frage: Ein Großteil deiner Kunden oder Kundinnen, verheiratet oder Singles?

Lenia: Offiziell oder inoffiziell?

Ralf: Okay, das beantwortet das ja schon relativ gut.

Lenia: Nee, die meisten sind tatsächlich sehr ehrlich. Also ich glaube, alle erzählen mir Sachen, die sie sonst niemandem erzählen würden, weil man ist halt anonym und so was alles. Und deswegen, ich glaube ich weiß es eigentlich von allen. 

Und ich würde sagen, die allermeisten sind schon verheiratet in dem Alter oder so vergeben, sage ich mal. Und davon die meisten wiederum, da ist es halt so, dass da teilweise schon jahrelang kein Sexleben mehr in der Beziehung stattfindet und die aber trotzdem noch ihre, also trotzdem noch verliebt sind und so was, aber eben auch auf den Sex nicht verzichten wollen.

Ralf: Gut, da kann ich mir so was wie dich jetzt beispielsweise auch ganz super natürlich vorstellen. Ich würde es mal so sagen, da betrügst du dann ja nicht unbedingt jemanden, weil du nicht liebes technisch fremd gehst, sondern einfach mehr, ja, klingt jetzt vielleicht blöd, sondern eine mechanische Geschichte dann eher ist. Wobei das wahrscheinlich, wenn man dich so auf der Homepage sieht, fällt es schwer, das rein mechanisch zu sehen.

Lenia Ja, ich sage es mal so: Ich glaube schon, dass viele, viele Kunden, die ich regelmäßig treffe, schon ein bisschen verknallt sind. Je nachdem, wie man es definiert. Ja, aber ich sage mal, es ist auch Fremdgehen. 

Der große Unterschied finde ich es, dass man erstens nicht noch eine dritte Person mit reinzieht. Also zum Beispiel noch eine Frau, die dann auch Gefühle entwickelt und auch verletzt werden kann, wenn man dann doch mit der Frau zusammen bleibt und so. Und das ist eben das jetzt auch moralisch, je nachdem, wie man es sieht. Ich finde immer, ich würde niemals von irgendeinem Menschen verlangen wollen, dass er jahrelang auf Sex verzichtet. 

Und wenn man dann schon fremdgeht und man es nicht sagen kann, weil man weiß, die Frau oder der Mann würde sich trennen. Dass es dann wenigstens keiner mitbekommt und es keinem weh tut. Und das ist eben so, man wird von mir niemals eine SMS bekommen: Hey Süße, hast du heute Nacht Bock oder so? Das ist natürlich absolute Anonymität und da wird dann im Netz bei nichts rauskommen. So, das ist glaube ich noch einen Vorteil davon.

Ralf: Du wartest dann auch nicht an der Haustür und sprichst die Ehefrau an. Ja, ganz, ganz spannende Geschichte. Wie sieht das aus? Du hast jetzt die die 50+. Ich habe mir sagen lassen. Klingt jetzt natürlich völlig blöd, wenn ich behaupte nein, ich habe da null Probleme damit. Erektionsstörungen? Schwierigkeiten beim Sex? Kennst du sowas? Gibts das bei dir auch oder kriegst du das immer locker hin?

Lenia: Dass der Mann in der Sekunde da eine Erektion hat? Ich glaube ja, das liegt ja wahrscheinlich in den meisten Fällen nicht unbedingt an mir oder so, sondern wenn, dann an der Situation. Ich überlege gerade. Also tatsächlich habe ich überraschend selten. Und ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass je älter der Kunde auch wurde, desto weniger war der Fokus dann so unbedingt: Wir müssen jetzt Penetration-Sex haben und da muss ich kommen und da musst du kommen und so. 

Sondern es war halt auch viel einfach. Wir kuscheln jetzt einfach mal oder er befriedigt mich oral oder viele verschiedene Sachen, für die man nicht unbedingt eine Erektion braucht. Und ich habe aber auch schon Kunden gehabt, die dann Viagra oder so was genommen haben.

Ralf: Okay. Ja, also letztlich kommen die Leute auf ihre Kosten

Lenia: Ja genau.

Ralf: Also du letztlich auch auf deine.

Lenia: Genau, ich habe ja eh immer irgendwie so eine Tasche mit ein paar Toys und so was dabei. Das heißt, um mich muss man sich eh keine Sorgen machen, weil ja, ich bin immer versorgt. Und sonst genau dadurch, dass eben diese Escort Dates meistens länger sind, wie ich ja schon gesagt hatte, es ist echt oft nicht so ein Problem, weil oft ist es dann so ein bisschen Aufregung und Stress, aber der legt sich dann auch nach ein paar Stunden.

Ralf: Kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe wie gesagt, es klingt nämlich immer völlig scheiße, wenn man so was erzählt. Ich habe keine Erfahrungen in dem Bereich. Total spannend. Weil Sex ist einfach ein super faszinierendes Thema und es ist auch nicht so, dass ich keinen hätte. Ich hatte früher in meiner Jugend auch ein paar sehr, sehr nette Mädels kennengelernt in München, die dann teilweise eben vom Leierkasten entsprechend in die Discos kamen. 

Auch immer ganz tolle, ganz nette Mädels, die ja, es gibt ja schon so ein gewisses, ich hoffe, es kommt jetzt nicht völlig falsch rüber, es gibt ja schon so ein gewisses Klischee einer Prostituierten was, was da also kein Stück erfüllt war. Und auch wenn ich dich so sehe, wenn ich das mitbekomme, kein Stück erfüllt ist, wenn ich es richtig habe, du hast sogar mal irgendwas studiert, glaube ich.

Lenia: Ja genau. Ich habe Physik studiert im Master.

Ralf: Physik. Das sind ja die Akademiker, die dann irgendwo auf der Straße rumhängen. 

Hast du teilweise ja, weil ich gerade gesagt habe Hotelzimmer: Was ist häufiger Hotel? Zu Hause? Bei jemand privat?

Lenia: Bei mir nur Hotel oder so AirBnB oder so was. Also es gibt auch Damen oder generell Anbieterinnen, die selbst eine Wohnung zum Beispiel angemietet haben oder sich eben ein Studio anmieten. Also in Berlin zum Beispiel das Studio Lux. Das ist so ein Domina Studio. Die haben so ein paar richtig coole Themen-Räume und da gibt es dann immer die, die sich dann da mieten. Genau. Aber bei mir ist es eben immer in Hotels und ich würde jetzt auch nicht zu jedem nach Hause gehen. Einfach so, aus Sicherheitsgründen auch.

Ralf: Okay, das war jetzt. Ich dachte jetzt bei dir zu Hause sowieso nicht, davon bin ich nicht ausgegangen. Aber ich dachte vielleicht bei Kunden, weil ich weiß, dass ein Teil der Sex Worker das durchaus auch macht. Aber Hotel hat natürlich im Zweifelsfall für beide Teile den Vorteil: Man muss nicht zu Hause aufräumen.

Lenia: Genau das ist für mich auch immer so die Sache dadurch, dass ich ja ein bisschen mehr in der höheren Preisklasse unterwegs bin. Was ich daran auch so liebe, ist halt immer dieser Wechsel in den Luxus. In einem total tollen Hotel sein und dann erst mal ein riesiges Bad in einer Badewanne nehmen und so was. 

Und genau, ich liebe es einfach so für einen Abend so ein bisschen der Realität zu entschlüpfen, sozusagen. Und wenn ich dann da irgendwo dann doch in so einer unaufgeräumten Wohnung bin und man sich dann irgendwie noch Nudeln mit Tomatensoße macht, dann ist das halt so naja.

Ralf: Der Pizzakarton liegt noch halb gegessen wo rum. Die Wii steht und drei Flaschen Bier..Nee, bei mir auch eher schwierig. Wie lange bist du denn schon dabei, Lenia?

Lenia: Noch gar nicht so lange. Also seid seit Anfang des Jahres ungefähr. Und dazwischen kann man noch so ein paar Corona-Pausen einrechnen.

Ralf: Ja gut, ist für euch im Moment gerade ziemlich hart zum Arbeiten. Für alle, die das irgendwann später anhören: Wir sind gerade mitten in der Corona Pandemie und da ist Sex Work teilweise extrem eingeschränkt bis gar nicht möglich. Gibt es dann gerade Leute, die dich sage ich mal so aus Goodwill auch mal nur für einen schönen Abend in der Bar buchen?

Lenia: Ich hatte letztens mal so ein Tag, da waren wir bei so einer Führung und das war sozusagen ein, wie nennt man das, ein Kultur Date. Aber sonst eher selten, dass sowas passiert.

Ralf: Ja okay, kann ich mir, vom Prinzip aus recht gut vorstellen. Klar, wenn du solo irgendwo unterwegs bist, mal für einen Abend eine nette, hübsche Begleitung zu haben. Spricht ja auch so eigentlich nichts gegen. Es müsste ja nicht zwingend unbedingt in der Kiste enden.

Lenia: Ja, noch schöner, wenn es passiert.

Ralf: Man merkt dir echt den Spaß am Sex an. Es ist schön zu hören. Du bis jetzt noch super neu mit dabei. Was kannst du dir vorstellen: Wie lange macht man so Job?

Lenia: Ich kenne auf jeden Fall Mädels, die da schon seit 10 Jahren dabei sind. Manchmal auch so ein bisschen mit on und off Pausen und so. Und sonst, es gibt ja noch ganz viele Sexarbeiterinnen, die noch in andere Richtung gehen, so in die Tantra-Richtung oder dann so eine Domina zum Beispiel. Und die können das. Die machen es ihr ganzes Leben lang. Das ist ihr Job. Ganz normal. 

Also bei mir weiß ich noch nicht. Also ich glaube es kommt drauf an. Dadurch, dass ich es ja auch vor allem so für den Spaß und so mache, wenn ich irgendwann merke, jetzt wird es irgendwie langweilig, so, dann würde ich mir vielleicht einen anderen Job suchen.

Ralf: Also kann es immer noch in die Physik gehen.

Lenia: Genau, ja. Also ich bin ja auch noch Yogalehrerin und so was. Also es ist ja nicht mein einziges Standbein sozusagen. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich es noch zehn Jahre mache. Ich kann mir vorstellen, dass ich in einem halben Jahr aufhöre. Es ist, glaube ich, alles ja sehr offen.

Ralf: Ja, finde ich cool. Eben auch dieses einfach mal ‚Ich guck mal, wie lange es mir Spaß macht‘. Finde ich tatsächlich super. Ich kann mir natürlich auch vorstellen, dass es nicht ganz leicht ist, damit aufzuhören, weil ich denke mal so so ganz schlecht ist der Verdienst ja nicht und das musst du mit einem anderen Job auch erst mal rein kriegen, der dir dann Spaß macht.

Lenia: Ja genau. Also das mit dem Verdienst ist jetzt so, dass die Zahlen sehen erstmal super aus, aber man muss ja auch beachten, dass ich jetzt nicht jeden Abend ein Date habe oder so auch noch ein privates Liebesleben habe. Und dann gibt es auch noch so Steuern und diesen ganzen Spaß. 

Ich glaube, der große Unterschied ist eher. Also ich glaube nicht, dass man wirklich jetzt mehr verdient als in einem anderen Job, aber halt viel weniger Zeit investieren muss. Das heißt, oder dass die Zeit ist anders investiert. Also okay, ich kriege ja auch Geld dafür, dass ich jeden Tag Sport mache und deswegen fit bin. Und irgendwie ist es ja auch Teil meines Jobs. Aber es ist halt ein Teil, der sehr viel Spaß macht.

Ralf: Also klar, du musst dich selber fit und attraktiv halten, sonst wirst du letztlich auch nicht gebucht. Also du tust ja eigentlich ja dann was doppelt Gutes. Ist sehr genial. Könnte nicht besser sein. Klingt mal absolut schick. Du sagst Domina. Hatte ich mal eine in der Kundschaft sogar.

Lenia: Ah ja, echt cool.

Ralf: Hatte ich nicht im Sportbereich. Das war zu einer Zeit, wo ich nur meine Heilpraktiker Praxis betrieben habe. Und da hatte ich tatsächlich auch mal eine Domina drin, mit der ich mich dann so ein bisschen unterhalten habe. 

Die Storys die da kamen, die klangen dann teilweise nicht so ganz lustig und der hat’s glaube ich auch nicht immer gefallen, weil das schon ich glaube, da musst du schon schon ziemlich speziell drauf sein, um so was Hardcore zu machen. Und die war also schon ja heftig unterwegs.

Lenia: Es gibt auf jeden Fall Menschen, die es halt machen, weil sie das Geld brauchen. So wie andere Jobs, die dann echt sagen, dieser Job ist total kacke und ich will einfach damit aufhören. Aber ich kann halt vielleicht nichts anderes und dann ist es trotzdem freiwillig. Aber es ist trotzdem nicht schön, weil ja, man muss es halt irgendwie machen, um seine Miete zu bezahlen oder so!

Ralf: Ja, es ist völlig klar. Ich hatte dir das ja damals schon geschrieben, jetzt bei einem Jahr wirst du ja wahrscheinlich nicht so arg viel Erfahrungen haben. Pleiten, Pech und Pannen. Was war denn dein bisher lustigstes Erlebnis im Bereich Sex-Work?

Lenia: Oh Gott, mein lustiges Erlebnis. Mir ist tatsächlich noch nie so richtig was schiefgegangen, glaube ich. Also es gibt auf jeden Fall immer so die witzigen Geschichten von wegen: Der Kunde fragt an, ob man ohne Unterwäsche kommen kann in einem hübschen Kleidchen oder sowas. 

Und dann sieht man sich natürlich für die Fahrt hin trotzdem noch den Baumwoll-Schlüpfer an und man vergisst ihn dann auszuziehen. Das sind schon Sachen, die mal passieren können. Aber ich habe ich jetzt so richtig lustige Sachen. Also nee, tatsächlich war bisher immer alles sehr rund gelaufen. Gott sei Dank.

Ralf: Ist doch so, ich soll ja durchaus recht sein. Es muss ja auch nichts schief gehen. Nein, weil du das vorher so schön erzählt hast, das mit Baden und irgendeiner fällt in der Badewanne oder rutscht aus. Denkbar ist ja immer fast alles.

Lenia: Ach, so kleine Pannen, sowas wie: Wir haben schon mal den die Tasche von dem Kunden im Restaurant vergessen und haben das dann erst im Hotel gemerkt. So was sind schon so kleine Pannen, die mal passieren. Aber ja, so was passiert halt. Da geht man dann halt wieder zurück.

Ralf: Ist halt der Alltag. Du machst mit Escort ja, im Prinzip das, was für für manche Menschen einfach Alltag ist.

Lenia: Ja, genau, also die meisten, man hat ja immer dieses Vorurteil oder so höre ich meistens oft so Männer buchen dich, die sonst keine kriegen oder so was. Aber es ist ja gar nicht so, sondern es ist eben oft, dass sie einfach entweder zum Beispiel verheiratet sind und nicht jemand anderen noch mit reinziehen wollen. 

Oder dass sie keine Zeit haben, weil sie total eingebunden sind und jetzt nicht irgendwie auf Parship tausend Jahre elf Minuten warten wollen, bis es soweit ist. Aber was die wollen ist halt ein ganz normales Date. Die wollen einfach ganz normal Daten, wollen genauso wie bei einer privaten Frau auch, dass es ihr auch Spaß macht. Und genau da ist es wirklich. Es ist ganz normal, außer weiß ich gar nicht, außer dass ich eben ein bisschen Geld bekomme.

24 Punkte für dich. Genieße eine schmerzfreie, gesunde und fitte zweite Lebenshälfte.

Du bekommst die neuesten Tipps und die besten Rezepte für deine zweite Lebenshälfte regelmäßig in deine Mailbox. Bring deine Gesundheit auf das nächste Level. Und das völlig kostenfrei! Einfach Emailadresse hinterlassen.

Ralf: Ja, klingt, das klingt auch so. Das ist das was, was es irgendwie, ich sage mal so ein bisschen fast surreal macht. Da ist so eine Sache auch für mich jetzt als Interviewer oder als Fragender. Da ist so gar keine, gar keine Ecke, keine Kante, kein gar nichts. 

Das ist einfach so völlig stinknormal. Lenia trifft sich mit irgendjemand. Sie weiß dann eben in dem Fall schon vorher, dass sie mit ihm in der Kiste landen wird. Irgendwann. Aber ansonsten ist das einfach das was, was normale Menschen in ihrem Alltag so tun. Sie dachten, sie treffen sich. Sie haben Sex miteinander.

Lenia: Genau. Ja, natürlich. Also manchmal ist es jetzt jetzt nicht so, dass im Alltag trifft man ja auch mal Menschen, die man vielleicht nicht so gern mag oder so. Und das gleiche kann natürlich auch im Escort passieren. Aso was bei mir noch so ein bisschen ist es, dass ich auch so einen kleinen Kink habe, also mich das so ein bisschen anmacht, wenn ich Geld für Sex bekomme. 

Und dadurch macht mich quasi die ganze Situation an sich schon an und dann ist es eben gar nicht mehr so wichtig, dass die Person dann auch selbst mich auch noch irgendwie antörnt oder so.

Genau. Und es ist eben schon so, dass mein Warum mir das so viel Spaß macht ist halt auch, weil ich Menschen irgendwas geben kann, die das sonst vielleicht nicht mehr so bekommen. Also mir bricht es mal total das Herz, wenn ich halt höre, dass in der Ehe oder so im Sex das einfach nicht mehr läuft seit Jahren. 

Das ist dann eben weniger so, dass ich für mich selbst daraus dann was ziehe manchmal, sondern dass ich einfach glücklich darüber bin, dieser Person seit Jahren das mal irgendwie erfüllen zu können. Auch mal wieder guten Sex zu haben.

Ralf: Fast schon wie wie Mutter Theresa.

Lenia: Es ist ein schöner Vergleich, ja.

Ralf: Denke ich, den lasse ich mir patentieren.

Lenia: Ich schreibe mir auf die Webseite. Lenia, auch genannt Mutter Theresa. Nein, aber ich glaube genauso wie bei dir, du machst es ja auch, weil es dir irgendwie Freude bereitet, Leuten über 50 irgendwas zu geben.

Ralf: Ja, das ist ja tatsächlich auch das, worum es mir geht. Du bist da ja noch ein gutes Stück davon weg, freu dich. Dass du das Du einfach mit 50+, dir dann auch mal irgendwann eben aufgeht, dass die ganze Sache eben doch ein Ende hat, dass geht dir jung definitiv so nicht auf, zumindest mal nicht in der Deutlichkeit, in der Intensität. 

Und ich erlebe es für mich selber. Ich weiß, dass es vielen auch mit so geht und versucht dann eben auch da so ein bisschen positives reinzubringen und positive Stimmung reinzubringen. Es läuft zwar aufs Ende zu, aber deshalb muss man sich ja nicht unbedingt jetzt hängen lassen und sagen: Ja, gut, okay, dann brauche ich ja gar nicht mehr. 

Man kann mit 50+ noch richtig viel Spaß haben und kann auch noch richtig, richtig viel machen. Und ich denke auch gerade in einem Bereich wie bei dir, natürlich kostet das ein paar Euro, aber es ist doch genial, dass man das tut, dass du so was kriegen kannst und einfach sagst:

Ja komm, ich will es versuchen. Ich steig wieder in die Welt des Sex ein. Nachdem ich jetzt zu Hause, warum auch immer, sei es, dass ich keine Frau habe, sei es, dass ich eine Frau habe, die nicht will, oder dass ich eine Frau bin, deren Mann nicht will oder wo es nicht mehr passt. Wie auch immer, ich hänge mich mal in so was rein und habe da meinen Spaß. Finde ich total super, dass das geht, ja.

Lenia: Ja, finde ich auch. Es ist auch, also es ist auch tatsächlich so, ich habe so eine Lücke bis 50. Ich glaube, dass viele Menschen das sehr lange mitmachen können, sexuell vielleicht nicht so erfüllt zu sein. Und dann ist es echt so, dass so ab 50 tröpfeln dann die Männer irgendwie wieder bei mir ein und sagen so: Hey, ich habe jetzt irgendwie 5 Jahre schon keinen Sex. 

Also ich hatte auch schon jemand, der meint er hatte 6 Jahre lang keinen Sex und auch nicht masturbiert oder irgendwas, weil er das Ding komplett weggeschoben hat von sich. Da seine Frau nicht mehr wollte und er wollte mit ihr zusammen bleiben und dann konnte er es eben nicht ertragen die Lust noch zu spüren und hat es dann so abgeschoben. Und dann aber so mit Mitte 50 war es dann so, dass er meinte: Na ja, irgendwie ist es ja doch nicht das Wahre. 

Und dann kommen sie wieder zurück, zurück geschlichen sozusagen. Und das ist glaub ich echt so ein Alter, wo ja wo viele anfangen neue Sachen erleben zu wollen oder auszuprobieren. Und ja, ich meine, es gibt ja auch Paare, zum Beispiel die Escort buchen, die eben zusammen was Neues ausprobieren wollen. Und es ist, glaube ich, ein gutes Alter dafür.

Ralf: Lass mich raten, du konntest dem guten Mann helfen.

Lenia: Ja, ich konnte ihm helfen.

Ralf: Das klingt doch. Ich sage es wirklich so ein bisschen Mutter Theresa auf Sex. Es ist ja richtig, richtig schön.

Lenia: Ja, aber ich finde auch das, was du gerade gesagt hast, finde ich cool, dass es toll ist, dass es diese Möglichkeit gibt. Weil oft hört man ja auch so was wie: Ja, man kann sich jetzt einfach nur für Sex dann eine Frau kaufen, was natürlich Unsinn ist, weil er kauft sich wenn dann meine Zeit oder Dienstleistung. Aber ich denke immer so: Es doch ist doch toll. 

Also man kann sich einfach nur für Geld so was holen, was einem sonst fehlt. Das ist doch klasse, so wie ich mir für Geld weiß ich nicht ein Personal Trainer holen kann oder so. Ist doch cool, dass es diese Dienstleistung gibt. Und genau es gibt ja auch jetzt niedrigere Preise, sicher Angebote oder Leute, die auch kürzere Zeiten anbieten und so jetzt auch nicht, so dass man sagt, man kann sich auf gar keinen Fall leisten, glaube ich.

Ralf: Also das würde ich auch sagen, ich denke viel hängt in dieser: Ja, auf der einen Seite sind wir alle brutal aufgeklärt ist sich drücken. Du kriegst im Prinzip an jedem Werbeplakat, kriegst du Brüste ins Gesicht gedrückt und trotz allem sind wir verklemmt ohne Ende, wenn es jetzt um Sex geht. Und das, das ist so, ein ganz, ganz, ganz komisches Thema. So ein bisschen, denke ich. 

Also das kam vorher, wo du das so schön gesagt hast, du hast einen kleinen Kink, dass es dich selber antörnt, wenn du bezahlt wirst für Sex. Also offensichtlich steckt da schon auch was relativ tief drin. Ja, es ist irgendwie nicht normal, für Sex bezahlt zu werden. Wenn ich jetzt ganz böse wäre, würde ich sagen: Jede Frau wird für den Sex, den sie hat, bezahlt. Die einen direkt für jede Tätigkeit und die andern über. andere Dinge dann auch. Aber so was darf man auf keinen Fall sagen, weil es ist sicher politisch total unkorrekt.

Lenia: Nein, ich würde sagen, jeder Mensch. Ist jetzt nicht auf Frauen bezogen. Aber klar machen wir das für uns selbst. Aber klar ist jeder Sex auch immer einen Ausgang aus Masturbation. Vielleicht aber ist jeder Sex auch ein Austausch von ‚Ich gebe dir was, du gibst mir was‘. 

Und der Unterschied ist halt wer, wem, was und wer entscheidet jetzt, ob der eine dem anderen Geld geben darf oder nur Zeit oder nur einen Blowjob? Oder weiß ich nicht, immer irgendein Austausch? Und ich glaube jeder bekommt am Ende eben das, wonach er oder sie verlangt. Und das ist doch gut.

Ralf: Ist so cool. Und ich denk auch, insofern freut es mich auch, dich jetzt tatsächlich hier zu haben. Weil ich denke, es ist ein Thema, wo wir 50+ schon auch noch entweder wieder drüber hinausgewachsen sind oder auch mit bisschen komischen Vorstellungen zum Teil aufgewachsen sind. Und da war diese Prostitution. Das hat ja so einen schon so ein bisschen schummrig oder schmutzige Seite irgendwo. 

Und dann finde ich es genial, dass man sich mit jemand nettem jungen Hübschen da einfach locker drüber unterhalten kann und das irgendwie auch rüberkommt, dass das jetzt also nicht irgendwo im völlig düsteren, versteckten und komisch abläuft, sondern was ist, als wäre es die normalste Sache der Welt. Ist ja irgendwie auch ist. Insofern ist es da, wo es hin soll.

Lenia: Ja, ja, das stimmt. Die eine Sache, die eigentlich jeder Mensch in seinem Leben relativ häufig schon mal gemacht hat oder macht, ist dann die Sache, die am meisten tabuisiert wird. Ist eigentlich komisch.

Ralf: Ja, es ist eine völlig, völlig kuriose Geschichte. Ist sicherlich psychologisch mal hochspannend, sich darüber zu arbeiten oder daran zu arbeiten. Ja, wir sind tatsächlich schon wieder weit über einer halben Stunde dran. Fande es super kurzweilig oder finds nach wie vor super kurzweilig. Was habe ich denn vergessen zu fragen? Was musst du unbedingt noch loswerden?

Lenia:. Uff, gute Frage. Ja, ich glaube, was ich gerne sagen würde es auch, wenn hier Frauen zuhören: Frauen dürfen auch Sex kaufen. Wird irgendwie immer so ein bisschen, also selbst ich kenne auch männliche, also sogar mehrere mittlerweile männliche Sexarbeiter. Und sogar die haben relativ wenig Frauen, die dann Kunden sind oder Kundinnen, weil da alles noch viel mehr irgendwie so stigmatisiert wird. Oder dass sie gar nicht daran denken, dass das möglich ist.Es ist aber Unsinn. Also Frauen, kommt her, ihr dürft es genauso wie die Männer und wir freuen uns auch sehr. 

Und was ich auch toll finde es Paare, also die würde ich auch gerne mehr dazu ermutigen, weil ich finde immer Sex in Gruppen oder zu dritt ist immer noch mal ganz was anderes und auch total spannend und privat glaube ich ziemlich schwer oft. Also außer man hat irgendwie Glück und durch Zufall ja schwer das irgendwie zu erreichen. Und ich finde, dafür würde ich auch noch mal Werbung für Sexwork generell machen wollen.

Ralf: Ja, hab ich ja, typisch Mann, gerade Mal natürlich völlig verdrängt und vergessen. Was glaubst du ist für die oder weiß nicht, ob man das überhaupt sagen kann. Was ist für die Frau das spannendere Treffen, wenn sie einen Einstieg möchte, sich einen Mann zu buchen oder sich eine Frau zu buchen?

Lenia: Ja, gute Frage. Je nachdem wie die Sexualität ist und so. Aber also männliche Sexarbeiter finde ich genial, weil du hast irgendwie so einen super attraktiven Mann, der einfach einen ganzen Abend nur für dich da ist, alles macht, was du willst. Und ich glaube, das haben so viele Frauen vielleicht gerade in dem Alter, wo wir drüber reden und erleben das vielleicht gar nicht mal so oft. Und ich finde es einfach nur genial. 

Eine Freundin von mir, also eine Escort Freundin, hatte sich selbst auch mal einen männlichen Escort gebucht, die Erfahrung. Und war auch total begeistert, weil sie meinte es ist noch mal ganz anders, wenn du weißt es geht jetzt nur um dich und nichts anderes. Genau das ist auf jeden Fall echt ne coole Sache.

Und es gibt auch viele Frauen. Ich war zum Beispiel, auch vor ein paar Jahren, hatte ich diese Phase, dass ich dachte: Hm, ich steh eigentlich glaube ich auch auf Frauen. Aber ich habe es irgendwie nie ausprobiert, weil ich in meiner Jugend immer so ein bisschen unterdrückt hab, weil das durfte man eben nicht oder so.

Und jetzt weiß ich aber gar nicht mehr, wie flirte ich eigentlich mit Frauen? Wie spreche ich die eigentlich an? Woher weiß ich, ob die mich dann auch will und so was alles? Und dafür ist es halt auch super, wenn man einfach mal das ausprobieren will, sich dann eben eine weibliche Sexarbeiterin zu buchen.

Ralf: Okay, also Frauen, traut euch ja. Entschuldigung, dass ich euch so lange ignoriert habe, war nicht beabsichtigt. Ist typisch männliches Ego, deshalb sucht euch einen männlichen Escort, der denkt dann an euch.

Lenia: Genau.

Ralf: Ja, spannend, spannend. Stimmt. Habe ich völlig vergessen. Muss ich dich im Nachgang mal noch fragen? Vielleicht machen wir mal einen Podcast Interview mit einem männlichen Escort. Ja, was vielleicht sowohl für die Männer glaube ich mal ganz spannend sein kann, als auch für die für die Frauen, natürlich ganz logisch. Für die Männer als Anregung bzw. als Fehlerkorrektur und für die Frauen als antörnendes Element oder als Info-Element. 

Ja, dann hast du das zweite noch gesagt. Auch dafür vielen Dank. Wie unterscheidet sich denn jetzt? Du hast es ja erwähnt Sex in der Gruppe also ein Dreier oder Vierer oder so was. Was würdest du da sagen? Wo liegt da der große Unterschied?

Lenia: Also es ist einfach normal noch mal in eine ganz andere Sache. Die Energie ist ganz anders. Man hat viel, viel mehr verschiedene Energien, die stattfinden, weil inzwischen jeder Person besteht eine Beziehung. Zwischen der ganzen Gruppe ist auch mal eine Beziehung. Also man hat vielmehr, das von vielen Seiten verschiedene Impulse kommen, man ist viel kreativer, weil man kann eben nicht einfach Missionarsstellung und dann ist gut so, sondern man muss sich mal überlegen, was macht man eigentlich mit allen Leuten die da sind? 

Genau, man kann so schöne Sachen machen wie das auch mal eine Person guckt oder Anweisungen gibt und sagt was passieren soll und so. Also ein paar Sachen, die einfach nicht möglich sind, wenn man nur zu zweit ist. Und ich glaube, es ist halt einfach auch so eine Fantasie von vielen Menschen. So einmal irgendwie, als heterosexueller Mann vielleicht einmal irgendwie zwei Frauen umarmt zu haben oder so.

Ralf: Ich ich denke mal, wer sagt, das reizt ihn nicht, der lügt. Ja, das aber stimmt. Danke für den Hinweis. Ist natürlich logisch. Man kann dich ja nicht nur als Einzelperson buchen, sondern auch ein Paar kann dich natürlich buchen. Und man könnte dich ja sogar zu zweit buchen.

Lenia: Genau. Das passiert auch relativ häufig.

Ralf: Dich und eine Freundin dann. Ja, ganz spannend. Und dann hätt ich jetzt noch, das kam, jetzt im Laufe der ganzen Geschichte, eine Frage noch, wenn du an Pärchen denkst, bei denen es nicht funktioniert, nämlich ist eine ganz böse Frage, weil du machst dich ja dann irgendwie vielleicht noch überflüssig.Was kannst du denen für Tipps geben? Wie kriegen die wieder eins zu eins? Hast du ein oder zwei Ideen, wie die wieder mehr Spass kriegen es miteinander zu versuchen.

Lenia: Escort buchen, sich eine dazu holen. Dann kann man natürlich immer irgendwie über offene Beziehung nachdenken. Aber wenn man es jetzt wirklich innerhalb der Beziehung will, ich glaube einfach mal so ein bisschen drüber nachdenken: Was will man eigentlich? Und also wenn es keinen Sex mehr gibt, ich glaube, es ist relativ häufig die Situation so, dass die Frau zum Beispiel keinen Sex mehr haben will. 

Aber ich glaube, dass jede Frau, das habe ich jetzt auch erlebt, tief in sich eigentlich wirklich unbedingt Sex haben will. Weil es ist halt einfach, auch als Frau ist es einfach umwerfend. Und ich glaube, wenn man sich dessen erst mal bewusst wird, dass man es eigentlich wirklich will und vielleicht nur gerade die Beziehung so ein bisschen hapert in der Hinsicht, dann kann man irgendwie auch Sachen finden, die beide irgendwie geil machen und wie das dann auch wieder funktioniert. 

Also zum Beispiel kann man sich dann irgendwie, weiß nicht, eine Bondage-Session buchen. Da hatte ich letztens ein Kunde, der hatte für sich und seine Frau eine Bondage-Session gebucht und dann wurden sie beide zusammen gefesselt. Und solche Sachen ausprobieren, die so ein bisschen Kick wieder reinbringen. Kann ich mir schon vorstellen, dass das funktionieren kann.

Ralf: Okay, also Mut und Phantasie. Genau so ein kleines bisschen von beidem. Und zur Not von einem Profi helfen lassen.

Lenia: Immer ja.

Ralf: Oder nicht nur zur Not. Es ist vielleicht immer eine gute Idee, mal dran zu denken, sich einen Trainer zu buchen oder eine Trainerin. Ja, auch jemand, der sich mit sowas auskennt. Ja super, vielleicht ergibt sich ja mal wieder ein Gespräch, von mir aus sehr sehr gern. Ich fand es jetzt total spaßig und unterhaltsam. Hat mir Laune gemacht und du hättest jetzt noch die Chance, irgendwelche ganz wichtigen Worte zum Schluss loszuwerden, die sich dann unglaublich einprägen beim Zuhören.

Lenia: Ich habe jetzt nichts Wichtiges mehr, aber ich freue mich auf jeden Fall über das Gespräch. Ich freue mich auch, wie offen du bist, ist auch nicht, also wir haben ja vorher kaum geredet und das ist nicht selbstverständlich, dass jemand so vorurteilsfrei ist in dem Fall. Also danke dafür. Und sonst würde ich vielleicht noch auch noch mal Werbung machen für unseren Podcast. So hast du ja mich, glaube ich auch, gefunden, oder?

Ralf: Ganz genau.

Lenia: Genau. Meine Freundin Luisa und ich machen einen Podcast, der auch ums Thema Sex und so was geht. Der heißt ‚Geliebte auf Zeit‘. Und da reden wir auch ziemlich offen über verschiedene sexuelle Praktiken und so was. Ach ja, genau, und ich weiß gar nicht, wann dieser Podcast hier erscheinen wird, aber falls es vor Weihnachten sein sollte.

Ralf: Ja, es wird vor Weihnachten sein.

Lenia: Oh, dann habe ich ja noch eine ganz tolle Ansage. Dann könnt ihr nämlich, falls ich euch das jetzt alles interessiert, könnt ihr mit meiner Freundin Luisa und mich, könnt ihr ein Date mit uns beiden gewinnen, indem ihr spendet an eine von drei Organisationen. Das steht alles auf unseren Websites und so was. Genau das haben wir gerade eine Aktion. Ihr könnt 100 Euro dahin spenden, dann bekommt ihr je 100 Euro ein Los für uns. Und an Weihnachten wird gezogen. Und genau dann gibt es einen Gewinner oder eine Gewinnerin, die einen Duo mit uns beiden bekommt.

Ralf: Super! Danke auch noch mal für den Hinweis auf den Podcast, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das bei dem einen oder der anderen auch schon wieder so ein bisschen Lustweckend sein könnte, weil es eben Ideen gibt und weil so ein bisschen Anregung gibt und weil da irgendwie launig auch über Sex gesprochen wird, also den wirklich unbedingt anhören. 

Ich verlinke den auf alle Fälle in den Shownotes und ich werde auf jeden Fall auch auf das Gewinnspiel respektive die Spendenaktion verlinken. Ganz klar, das gehört sich so. Das ist das Mindeste, was ich tun kann. Natürlich auch auf deine Homepage auch gerne, wenn sie das möchte auf die Homepage deiner Freundin. Die Link setze ich sehr gerne drunter, könnte also unten in den Shownotes entsprechend lesen. Und was es die Spendenaktion Gewinnspiel angeht es geht um das Jahr 2020.

Lenia: Ja genau,.

Ralf: Ja, der Podcast läuft ja hoffentlich die nächsten hundert Jahre. Das Internet vergisst ja nichts und wir machen dann auf das nächste Weihnachten, das nächstes Fest der Liebe, da gibt es ein neues Interview. Eine neue Aktion haben wir dann auch wieder, sehr gut. 

Super Lenia, ganz recht herzlichen Dank! Hat mich riesig gefreut. War auch wieder mal eines der Interviews, die ich unbedingt machen wollte und wo ich es richtig schick finde, dass es geklappt hat. Danke Dir recht herzlich und vielleicht auf ein nächstes Gespräch.

Lenia: Sehr gerne. Ich hoffe auch. Bis dann.

Ralf: Jo. Tschüss.

Das war der 50+ und drunter Podcast. Wenn es dir gefallen hat, abonniere jetzt und hinterlasse einen Kommentar.

Alle weiteren Infos zur Folge findest du in den Shownotes. Ralf Gabler erreichst du unter ralfgabler.de. Er freut sich von dir zu hören. 

Bis zum nächsten Mal.