Ralf Gabler – Schmerztherapie & Gesundheitsberatung

Kalorienrechner

50plus Podcast | Kalorien | Kevin König | #14

Kalorienbedarf berechnen. Ein Interview mit Kevin König

Wie viel Kalorien verbrauchst du täglich? Egal ob du mit 50plus Körperfett abbauen möchtest, oder ob du Muskeln aufbauen willst – Der Kalorienbedarf ist ein absolut wichtige Zahl für dich. Die meisten Rechner und Schätzmethoden liefern ziemlich falsche Zahlen. Oft sind sie nicht gut an Alter oder Bewegung und andere Parameter angepasst.

Deshalb hat sich Kevin König hingesetzt und einen extrem guten Kalorienrechner für dich als ü50 Mensch programmiert. Egal ob du ü50 Männlein oder 50plus Weiblein bist. In dieser Folge vom 50plus-Podcast erfährst du mehr zum Thema und kannst den Rechner kostenlos herunterladen.

Kevin König könnt ihr hier erreichen: Kevin König
Den Kalorienrechner bekommt ihr hier: Kevin König DKKA Kalorienrechner

Ralf Gabler erreicht ihr über die Kommentare unten

 

Für alle „Nichthörenwoller“ habe ich ein automatisches Transcript erstellt:

Podcast Transcript:

 

Du bist nie zu alt um jung zu sein. Der 50+ und drunter Podcast Genieße dein Mittelalter stark, glücklich und gesund mit Ralf Gabler.

Ralf: Hallo und herzlich Willkommen zum 50plus Podcast. Ich freue mich ganz arg, dass sich heute jemand da habe, den ich schon mal im Podcast hatte und der damals auch schon richtig viel Interessantes und Wissenswertes hier geliefert hat. Wer bei mir ist heute, ist der Kevin König. Kevin König ist Personal Fitnesstrainer, ist Ernährungscoach und ist Mitgründer der DKKA, der deutschen Kraftrainer und Konditions Akademie oder gerade andersherum. Kevin, sorry. 

Auf jeden Fall ist er da Mitgründer und richtig gut mit dabei. Absoluter Spezialist, wenn es um Sport und Ernährung geht. Und ich freue mich, dass er wieder im Podcast ist und wir wollen uns heute ein kleines bisschen übers Thema abnehmen, Kalorien, Kalorien-Berechnung und so unterhalten. Hallo Kevin.

Kevin: Hi Ralf, erst mal vielen, vielen Dank für die Einladung nochmal. Ich freue mich sehr, wieder dabei sein zu dürfen. Und ja, dann lass uns doch mal über das Thema Kalorien sprechen.

Ralf: Ja, sehr gerne. Ich bin einfach wieder drauf gestoßen, weil du ganz wundervoll einen super tollen Kalorien Rechner veröffentlicht hast, den man glaube ich auch als ganz normaler Mensch runterladen kann, um sich so ein bisschen seinen Kalorien-Bedarf auszurechnen.

Kevin: Genau das ist richtig. Solange man Excel hat, kann man den benutzen.

Ralf: Ja erzähl doch mal ein kleines bisschen. Wie kam es denn dazu? Warum machst du einen Kalorien-Rechner? Warum programmiert du sowas oder sowas auf Excel um? Was steckt dahinter? Was steckt drin und wer braucht es?

Kevin: Puh, das waren jetzt viele Fragen auf einmal. Also angefangen hat das mit dem Rechner schon vor einigen Jahren. Denn heutzutage gibt es ja viele Kalorien-Rechner im Internet frei verfügbar. Das war damals, als ich angefangen habe, den in Excel umzusetzen, alles noch ein bisschen rarer gesät. Und was mich immer genervt hat, war bei diesen ganzen Kalorien-Rechnern, dass man seine ganzen Daten dort nicht speichern konnte. Das heißt, man musste immer wieder auf die Seite gehen, musste immer wieder seine Berechnung machen und so weiter und so fort.

Und dann waren die Ergebnisse auch oft sehr, sehr weit auseinander liegend, also teilweise echt nicht stimmig. Und dann habe ich mir überlegt: Okay, wenn mir das bei den ganzen anderen Anbietern nicht so wirklich gefällt, dann mache ich es einfach selbst. Ich habe dann angefangen zu gucken, welche Formeln sind für wen geeignet. Auf welcher Basis sind diese Formeln eigentlich entstanden? Und da ist mir dann auch bewusst geworden, warum teilweise die Ergebnisse bei diesen Rechnern, die man im Internet nutzt, teilweise auch so stark auseinander. 

Und ja, so fing es dann an, dass ich den umgesetzt habe und habe dann mit den Erfahrungen, die ich in der Praxis gemacht habe, dann das Ding immer weiter verbessert und verbessert und verbessert. Bis dann die aktuelle Version rausgekommen ist und oder daraus entstanden ist, wo ganz, ganz viel Feedback von anderen Leuten auch noch mit eingeflossen ist, so dass man den jetzt eigentlich als Unbedarfter auch sehr, sehr einfach benutzen kann.

Ralf: Okay, klingt gut, ist gut, weiß ich, weil ich habe ihn ausprobiert. Du hast gesagt, die Werte differieren brutal stark. Das Wissen von ganz, ganz vielen Leuten ist mit eingeflossen, weiß ich, dass es so ist. Kannst du für die Zuhörer mal erklären, was ist so schwierig dran, zu diesen Kalorien-Bedarf zu berechnen? Warum ist es so so kompliziert oder warum kann man da nicht, jetzt sage ich mal, BMI-Größe durch Gewicht und das ganze Ding passt.

Kevin: Das hat einfach damit zu tun, dass ganz viele Menschen bei der Entwicklung solcher Formeln mit eingehen. Und wenn du dann sehr heterogene Gruppen hast, die sehr unterschiedlich sind, dass du beispielsweise junge und alte Leute in diesen Gruppen drin hast, oder schlanke und übergewichtige Personen. Leute mit einer eher etwas schnelleren Stoffwechsel, Leute mit einem etwas langsameren Stoffwechsel drin hast und dann versucht man da eine Formel zu entwickeln, die möglichst den Durchschnitt des Verbrauchs dieser Gruppen zu berechnen. Dann heißt das natürlich, diejenigen, die nicht diesen Durchschnitt entsprechen, da passen diese Formeln schon mal nicht mehr. 

Und es gibt über 50 bis hin zu 70 verschiedenen Formeln sogar, die basierend auf verschiedenen Gruppen entwickelt worden sind. Also teilweise Gruppen für junge, durchtrainierte Athleten. Das Geschlecht muss man auch noch mit reinnehmen, also beispielsweise eine Formel wurde entwickelt für junge College Athleten, die hat dann auch in dieser Zielgruppe sehr sehr gut funktioniert mit der Berechnung. Aber wenn du dir dann eine nicht trainierende Normalbevölkerung nimmst und versuchst auf Basis dieser Formel dann die Ergebnisse zu berechnen, dann geht das meist in die Hose.

Und ja, so kommt es dazu, dass es da über 50 verschiedene Formeln gibt. Und ich habe dann geguckt, ganz viele Studien habe ich angeguckt. Welche dieser Formeln lässt sich für den Normalbürger und das, was ein bisschen über und unter dem Durchschnitt ist, an Formeln am besten verwenden? Was ist da am genauesten? Und habe das dann in den Kalorien-Rechner mit eingebaut? Damit die Werte möglichst genau werden.

Ralf: Ja, ich weiß das als Radprofi auch. Aber es ist eben so, dass es nicht ganz so leicht ist und dass da einfach auch unglaublich viel Schrott draußen ist. Auch zum Teil, das hatte ich mit dem Daniel Hähnle in einem anderen Podcast. Da hatten wir uns auch mal drüber unterhalten über die Fitness-Tracker, die dann die Verbrauchszahlen sowas von unrealistisch angeben. Das ist also echt entsetzlich. 

Du bist ja Vollprofi, Ernährungscoach, Personal Fitnesstrainer. Der Podcast wird aufgenommenen am Jahresanfang. Das Thema ‚abnehmen‘ immer ganz groß, alles will in die Bikinifigur, selbst die Männer. Wie empfiehlst du deinen Kunden vorzugehen, wenn sie ihren Kalorien-Bedarf haben wollen, respektive wenn sie abnehmen wollen?

Kevin: Ja, also wenn man das ganz ohne so einen Rechner machen möchte, dann wird man da um das sogenannte Tracking nur sehr, sehr schwierig herumkommen. Das bedeutet, man nimmt sich dann so eine Kalorien-Tracker-App, wo man sein Essen dann notiert. Und je genauer man das macht, umso besser ist das dann erst mal, um seinen Verbrauch einschätzen zu können. Für jemanden, der zuhört und noch nicht so tief in diesem Thema drin steckt. Man kann so eine gewisse Faustformel anwenden, um zu schauen, wie viel Energie hat man jetzt beispielsweise zu viel oder zu wenig gegessen. 

Dafür muss man wissen: Ein Kilogramm Körperfett entspricht ungefähr der Energie von 7000 Kilokalorien. Ein ganz kleines Rechenbeispiel dazu. Mal angenommen, man hat jetzt im Durchschnitt 2000 Kalorien sich über eine Woche lang jeden Tag hinzugefügt und, gehen wir jetzt mal davon aus, diese Person hat keine Schwankungen, die kommen ja auch noch mit ins Spiel. Aber diese Person hat jetzt einfach mal keine Schwankungen, die nicht auf den Energieverbrauch zurückzuführen sind. Also hormonelle Ursachen, Salzhaushalt etc. Und hat am Ende dieser Woche jetzt ein halbes Kilo weniger im Durchschnitt auf der Waage. 

Dann können wir das einfach folgendermaßen rechnen: Ein ganzes Kilo sind 7000 Kalorien, ein halbes Kilo weniger auf der Waage sind dann 3500 Kalorien und diese 3500 teilen wir jetzt durch 7 Tage. Das bedeutet, wir haben scheinbar im Durchschnitt, wenn wir 2000 Kalorien uns jeden Tag zugeführt haben, ungefähr 2500 Kilokalorien verbraucht. 

Wenn man das über eine Woche macht, dann hat man da erst mal einen guten Anhaltspunkt. Wenn man das über zwei, drei, vier Wochen nach diesem Verfahren macht, dann kommt man da schon an sehr, sehr genaue Werte ran. Und so einen Rechner wie den von mir, kann man jetzt dazu nutzen, dass man jetzt nicht ganz so groß mit diesem Trial and Error arbeiten muss. Sondern dass man anhand der Werte, die man dort eingibt, eine Kalkulation bekommt und man ungefähr weiß, wo die Reise hingehen muss und kann das dann nochmal mit der Realität abgleichen.

Ralf: Okay, also ich weiß es im Prinzip auch aus meiner Erfahrung bzw. ich handhabe das so, dass letztlich genau gleich wie du das jetzt beschreibst: In der In der Praxis zählt eben nicht die Theorie, sondern die Praxis. Das heißt, ich muss einfach schauen, wenn ich zunehme, habe ich zu viel Kalorien. Wenn ich abnehme, habe ich weniger Kalorien als ich brauche.

Und ich kann natürlich einen gut gemachten Rechner so wie deinen nutzen. Wir werden den verlinkten im Übrigen auch, ihr könnt euch den kostenlos holen. Kevin stellt den sozusagen frei zur Verfügung. Ich werde ihn in die Shownotes reinpacken. Könnt ihr euch mal vorrechnen und das ganze dann mal über die Kalorien-Aufnahme im Endeffekt einfach checken und dann merkt ihr relativ genau zum einen Mal, dass der Rechner stimmt. Und zum Zweiten Mal, wie viel Kalorien ihr tatsächlich braucht. Ja und wer dann abnehmen will, der muss eben weniger nehmen, als er braucht. Oder?

Kevin: Ja, so sieht das aus.

Ralf: Du kennst da auch keinen Trick, oder?

Kevin: Leider nein. Das ist auch immer ganz witzig. Muss ich immer lachen. Wenn jetzt beispielsweise irgendwelche Werbeversprechen gemacht werden, dass Kalorien nicht wichtig wären, sondern es käme auf die Genetik an. Oder sowas wie Übersäuerung oder etc, ist alles Quatsch. Also die Physik, die Energie, die lässt sich nicht austricksen. Und wenn wir dann dementsprechend mehr Energie in unseren Körper reinpacken, als unser Körper verbraucht, dann wird diese Energie nun mal in irgendeiner Art und Weise gespeichert. Also da kommen wir nicht drum, da gibt es leider keine Tricks.

Ralf: Ja. Trotzdem sind ja viele immer wieder auf der Suche nach einem Trick. Mittlerweile habe ich ich auch so ein bisschen mit dem Problem auch begriffen. Nachdem ich lange Zeit wider besseren Wissens gearbeitet habe, dass es diesen Trick eben einfach nicht gibt und das zu viel ist und einfach nicht funktioniert. Und abnehmen funktioniert nur mit weniger Essen als ich verbrauche.

Kevin: So sieht es aus, wobei wir von dem Weniger einfach mal das Volumen außen vorlassen müssen. Viele denken immer, sie müssen dann so wenig essen, dass sie permanent Hunger haben. Aber das ist ein ganz wichtiger Punkt, nämlich das Verhältnis zwischen dem, wie viel Volumen eine gewisse Mahlzeit hat und wie viel Kalorien sie liefert. Also einfache Geschichte, 100 Kalorien..Quatsch, 100 Gramm Schokolade. So eine ganz normale Tafel hat round about 500 bis 600 Kalorien. Aber das macht nicht lange satt. 

Wenn man dann dagegen beispielsweise so eine Schale mit Quark hat, mit ein bisschen Obst noch da drin, vielleicht noch ein paar Nüssen, dann kommt man da auch auf seine 500/600 Kalorien, hat aber im Gegenzug ungefähr 400/500 Gramm. Und dann noch bestehend aus Nahrungs-Bestandteilen, die länger satt machen, also insbesondere hier die Proteine. Was wir bei der Schokolade ja nicht drin haben. Also weniger Energie zu essen bedeutet nicht, dass man weniger an Nahrung essen muss.

Ralf: Ja, ganz richtig. Da hatten wir im letzten Podcast ein sehr schönes Gespräch auch mit Dominik Dotzauer, der auch sehr bekannt ist. Wir haben uns ein bisschen über sein Buch unterhalten, über das ‚automatisch abnehmen‘ und dabei eben auch genau das Thema gehabt, dass du einfach eine ordentliche Menge brauchst an Proteinen. Weil die einfach sehr gut satt machen, weil es der zwingende Nahrungsbestandteil ist. 

Alles andere ist ja eher so ein bisschen, kann man haben, muss man nicht haben. Proteine muss man haben und dann eben noch recht viel Gemüse oder und Obst mit dazu um Dinge zu haben, die bei einer geringen Nährstoffdichte sehr gut satt machen und gleichzeitig eine hohe Menge an Mikronährstoffe auch liefern. Ist ja irgendwie blöde. So die die gesamte evidenzbasierte Blase weiß genau das Gleiche.

Kevin: Ist logisch, oder?

Ralf: Das ist echt komisch, dass die wissenschaftlich-orientierten alle auf der gleichen Schiene schwimmen.

Kevin: Ja, da gibts selten Ausreißer.

Ralf: Ja, das ist sehr schade. Eigentlich ist es schade, weil man eben irgendwann mal an den Punkt kommen sollte, sagen muss: Ach Gott, shit, ja, ich muss es einfach ändern. Ich muss mein Essverhalten ändern. Und da kann eben ein Rechner wieder ganz gut helfen, weil er natürlich in Verbindung mit Tracking dann eben auch aufzeigt: Was macht mich gut satt, was funktioniert und wo habe ich wenig Kalorien damit.

Kevin: Ja, aber was die Tricks angeht, ist ja oft so, dass man sich den einfachen, schnellen Weg irgendwo wünscht und dann herausfindet: Ah, eigentlich der Altbewährte, das, was wir alle wissen. Also ein bisschen mehr bewegen und ein bisschen weniger essen. Das ist das, was funktioniert. Ja, funktioniert schon immer.

Ralf: Ja. Wir hatten es vorher ja im Vorgespräch auch schon kurz davon und ich zieh dich da jetzt tatsächlich auch noch mal gnadenlos mit rein. Ein Thema. Wir Profis tappen ja auch selber in die Falle. Du hast es ja vorher so schön bei dir gesagt. Du hast es ja auch gerade so einen leichten Durchhänger, wo du auch gedacht hast, dass es vielleicht auch noch einen anderen Weg gibt, wie man Netflix mit schlechtem Essen und trotzdem noch einer guten Figur und toller Fitness verbinden kann.

Kevin: Ja genau, hat nicht funktioniert. Fangen wir einfach mal vorne an. Also die letzten zwei Wochen waren bei mir, was Ernährung, Regeneration, Schlaf anging eine, aus meiner Sicht gelinde gesagt, volle Katastrophe. Denn normalerweise sieht mein Tagesrhythmus folgendermaßen aus: 21/22 Uhr schlafen, vorher dann möglichst blaue Lichtquellen meiden, damit ich auch gut in den Schlaf finde, ausreichend Melatonin produziert wird, also das Schlafhormon. Und dann werde ich in Regel morgens schon vor meinem Wecker wach. So zwischen fünf und 5:30 Uhr. Da kann ich aus dem Bett springen. Alles ist super. Ich habe tagsüber keinen Hunger, mache eine Runde meinen Sport und alles ist super. 

Und dann habe ich angefangen so eine Serie zu gucken und da waren immer so präzise Cliffhanger dabei. Da konnte ich dann einfach nicht abschalten. Und dann ist aus den 21/22 Uhr schlafen irgendwann 24 Uhr geworden. Mal auch 2 Uhr nachts, weil ich dann so vier, fünf, sechs Folgen hintereinander weg geguckt habe und damit habe dann angefangen, dass ich in so eine richtige Hänger-Phase gekommen bin, weil der Schlaf schlecht geworden ist. 

Durch den schlechten Schlaf habe ich dann am nächsten Tag generell, also weil ich so abgeschlagen war, eher schlechte Entscheidung getroffen. Bin faul geworden, was die Zubereitung des Essens anging. Hab dann eher hoch-kalorische Sachen gegessen, gerne auch mal Pizzen und Co. bestellt, statt mich in die Küche zu stellen und zu kochen. Einfach weil ich zu müde und zu faul war. Das hat mich 2 Wochen jetzt richtig ja, also mental runtergezogen, dass ich dann am Ende, wenn ich dann nicht so gegessen habe, wie ich es eigentlich gewohnt war und wie ich es für mich als gut empfunden habe, war ich dann immer so ein bisschen sauer auf mich, dass ich das gemacht habe.

Ich hatte kein wirklich schlechtes Gewissen oder so was. Ich habe kein Problem mit Lebensmitteln. Ich verbiete mir nichts. Oder ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich irgendwas esse. Aber da war das immer so, dass ich sauer auf meine eigenen Entscheidungen und Handlungen war. Und dann kam dadurch, das hast du wahrscheinlich nämlich auch mit Dominik besprochen. So ein bisschen emotionales Essen noch dazu. Dann war ich sauer auf mich und dann habe ich erst recht noch was gegessen, was mich glücklich macht. Und das sind meistens auch nicht so die kalorienarmen Sachen.

Ralf: Ich glaube, das kann jeder Hörer komplett nachvollziehen.

Kevin: Genau, an dem Punkt musste ich dann erstmal quasi mein eigener Coach sein. Musste mich aus meiner eigenen Situation rausnehmen, das von oben betrachten und sagen: Wie kam es jetzt eigentlich dazu? Was ist hier das grundlegende Problem für das, was du hier gerade tust. Und warum deine Ernährung und deine Leistungsfähigkeit eigentlich gerade so für die Tonne sind, an der du natürlich den Schlaf dafür identifizierst. Und an dem Tag bin ich dann sofort wieder um 20 Uhr ins Bett gegangen, habe mich da hingelegt mit einem Buch. 21  Uhr eingeschlafen, morgens fünf Uhr wieder aus dem Bett gesprungen. 

Von heute auf morgen habe ich diese Negativspirale quasi durchbrochen. Seitdem ist wieder alles gut, also seit einer Woche. Also da sieht man mal, wie wichtig, also in meinem Falle kann ich es zu 100 Prozent bestätigen, dass der Schlaf hier ein ganz, ganz wichtiger Faktor ist, um das alles im Griff zu behalten. Also Schlaf und Training, das sind bei mir die wichtigsten Punkte, damit das, wie Dominik das jetzt schön beschreiben würde, damit es funktioniert mit dem automatisch abnehmen.

Ralf: Ja, das ist das. Also ich funktioniere auch nur wirklich vernünftig, wenn ich genügend schlafe. Und es gibt ja immer wieder diese Wunder-Menschen, die behaupten mit 5 Stunden Schlaf auszukommen und sie gehen dann abends um eins ins Bett und morgens um fünf raus oder um sechs. Und ich behaupte mal vielleicht gibt sicherlich irgendwelche genetischen super Ausnahmen. 

Aber Studien legen das eigentlich sehr nahe, dass wenn diese Ausnahmen, wenn es die überhaupt gibt, dass die brutal selten sind und dass Leute, die vermeintlich mit sowas klarkommen, letztlich höchstwahrscheinlich brutalst unter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Da wäre es denn mal spannend, jemand der sagt, er kommt gut klar damit, was der für ein Potential haben müsste, wenn der sich mal richtig gut ausschlafen, wirklich richtig gut drauf ist. Dann wäre das ein absoluter Überflieger, wenn er so gut ist.

Kevin: Wer weiß, wer weiß.

Ralf: Schön zu hören, dass das eben auch Profis passiert und den Typen passiert, die einfach schick und gut aussehen. Dass das bei denen auch kein Selbstläufer ist, sondern dass man auch da relativ schnell abrutschen kann, wenn man, so wie du bist, ist ja sehr schön gesagt, schlechte Entscheidungen trifft. Was mich noch interessieren würde für alle, die es nachmachen wollen, was war es für eine Serie?

Kevin: The Expense. Also wer so ein bisschen in Science Fiction steht, ist da richtig.

Ralf: Okay, habe ich jetzt noch nicht gehört. Muss ich nachher mal schauen, ob ich sie find. Natürlich nicht, dann bis nachts gucken. Ich werde schön eine Serie nach der anderen gucken und wir wissen, also auf jeden Fall, der Kevin König ist ein Science Fiction Fan. Wir sind auch schon wieder eine gute Zeit dabei. Trotz allem, so ein klassischer Tipp zu dir: Es kommt einer und will abnehmen. Wie steigst du mit dem ein?

Kevin: Ja, wie bei allem heißt es immer so schön. Kommt drauf an.. Ich höre mir dann natürlich erst mal die Gesamtsituation an. Also wo steht die Person gerade? Was hat sie bereits alles versucht? Woran scheitert es? In der Regel in der Praxis. Wie sieht es aus mit dem Thema Schlaf, Stress oder allgemein mit dem Umfeld? In was für einem Umfeld bewegt die Person sich. 

Und ich versuche dann quasi, so wie bei mir das mit dem Schlaf jetzt, den ausschlaggebenden Faktor zu identifizieren, der dafür sorgt, dass diese Person nicht die Figur hat, die sie gerne hätte. Oder beispielsweise die Leistungsfähigkeit oder das Wohlbefinden. Je nachdem, mit was für einem Ziel die Person eben kommt.

Ralf: Gut, schön.

Kevin: Den einen Tipp kann ich nicht geben, außer immer schön schlafen.

Ralf: Ja okay. Ich glaub, dass ich das einfach auch so ein bisschen, auch in meiner Erfahrung mit meinen Klienten kenne. Einerseits will immer jeder Mensch brutal individuell sein und will was Besonderes sein und so wie er ist, sonst keiner, was ja letztlich auch stimmt. Trotz allem, ist jeder so ein bisschen so unterwegs: Da muss es das eine Programm geben, was dann für jeden passt. Und das gibt es eben einfach nicht. So wie es die eine Kalorien-Menge für jeden nicht gibt oder die eine Abnehm-Ernährung für jeden nicht gibt, weil es wahrscheinlich bei jedem wirklich auch andere Punkte gibt. 

Deshalb finde ich es super toll auch, dass du das noch mal so klar gesagt hast. Du musst dir anschauen, wo beim Einzelnen die Knackpunkte sind oder der Knackpunkt ist. Weil es macht keinen Sinn, aus meiner Sicht zumindest nicht, ich hoffe du kannst es bestätigen, irgendwo dran rum zu fummeln, wo du mit einem Riesenaufwand nur einen Mini-Effekt erreichst. 

Ja, weil ich denke, wenn einer einfach jetzt tatsächlich als Geschichte hat: Er schläft nur vier Stunden und ist deshalb dauerübermüdet. Und hält sich, das beobachte ich bei mir manchmal auch, wenn ich zu wenig penne oder irgendwie übermüdet bin, dann hältst du dich mit Essen wach. Und dass das auf Dauer nicht funktioniert, ist auch klar. Könnte klar sein.

Kevin: Könnte. Ja, es ist ganz oft so, dass es nicht an Wissen mangelt, sondern an der Umsetzung der Wissen. Eigentlich sollten wir für einen guten Schlaf sorgen. Wir wissen, wir sollten uns mehr bewegen. Wir wissen, wir sollten vielleicht mal ein bisschen häufiger raus in die Sonne und uns draußen auf frischen Luft bewegen. Wir wissen, dass wir nicht über unsere Bedürfnisse großartig essen sollten, wenn wir abnehmen sollen. 

Aber.. Warum wird es nicht umgesetzt? Immer eine Frage dessen: Was hat man für Prioritäten, für Wünsche, für Ansprüche? Stört einen das überhaupt? Dass man vielleicht ja nicht mehr in seine Klamotten reinpasst oder nicht? Und alles solche Sachen. Na ja, es ist ein Zusammenspiel von vielen, vielen Faktoren. Und in was für einer Gedankenwelt diese Personen dann letzten Endes steckt.

Ralf: Absolut. Ja, es ist dieser Irrsinn, dem ich selber manchmal auch auf sitze. Ich weiß nicht, wird dir im Zweifelsfall genauso gehen. Dass man immer das Gefühl hat, man möchte es gerne anders haben, will aber eigentlich nichts ändern und nur nur schwer einsichtig ist, dass du eben so bist, wie du bist, weil du so bist wie du bist. Und dass ich einfach was ändern musst, dass du anders wirst.

Kevin: Richtig. Das ist auch etwas das, was du gerade gesagt hast. Das ist auch eine Sache, die ich oft mit Klienten von mir mache. Dieses ‚Was sind die Verhaltensweisen deines jetzigen Ichs‘. Und stell das mal mit den Verhaltensweisen deines zukünftigen Ichs, das bereits deine Ziele erreicht hat, gegenüber. 

Ich nehme jetzt mal wirklich, wenn wir beim Thema Abnehmen sind, dein jetziges Übergewicht, dieses Ich. Welche Verhaltensweisen, Gewohnheiten hat dieses Ich? Und mal angenommen, du hast jetzt deine 10, 15, vielleicht 20 Kilo weniger und hältst das auch. Welche Gewohnheiten und Verhaltensweisen hat denn dein neues Ich? Dieses schlanke Ich? Was glaubst du? Was tut diese Person? Ja, du bist, letzten Endes. Und da kommt dann ganz oft das, was wir eigentlich schon wissen.

Ralf: Ja, das Prinzip ist da, das Wissen ist absolut da. Ich hab ja einiges an an Hypnose-Ausbildungen, also an seriöser Hypnose, nicht an diesen Enten-Tanz-Geschichten in der Diskothek, sondern wirklich Hypnotherapie. Und da ist gibt es einen Hauptsatz vom Milton Erickson. Das ist der Begründer der modernen Hypnose, der ganz klar sagt: Du hast alles in dir, was du zur Lösung deiner Probleme brauchst. 

Und ein anderer würde wahrscheinlich sogar noch sagen: Du hast ja deine Probleme nur, also nur du hast deine Probleme, jemand anders kann dir gar nicht haben. Die sind ja untrennbar mit dir und deinem Verhalten, deiner Persönlichkeit, deinem gesamten Sein einfach verbunden. Aber dann wird es schon wieder furchtbar philosophisch. 

Ja, Kevin. Dann sag ich einfach für heute mal: Danke. Du warst jetzt schon das zweite Mal da. Ich befürchte, das heißt. Nein, ich befürchte das nicht. Ich hoffe das, dass wir das ja auch noch ein drittes Mal hinkriegen. Weil alle guten Dinge sind ja mindestens drei. Ganz toll noch mal auch jetzt aus dieser Geschichte vom Kalorien-Rechner heraus. Wie gesagt, verlinken wir in Shownotes.

Kevin natürlich auch nochmal so eine ganz grundsätzliche zweite Sichtweise auch auf das Thema Abnehmen drin zu haben. Nach dem letzten Podcast vom Dominik ist es nochmal zwar ähnlich, aber eben ein bisschen anders aufgebaut die ganze Geschichte. Und das hat sich eigentlich sehr schön ergeben und passt sehr gut zueinander. Diese zwei Podcasts hintereinander. Kevin, was fällt dir noch als Schlusswort ein? Was magst du den Leuten, die zuhören, noch mitgeben?

Kevin: Ja, das ist auch wieder eine gute Frage.

Ralf: Danke!

Kevin: Ja, in so was bin ich meistens nicht so gut.

Ralf: Okay, ja, kann man auch einfach so stehen lassen.

Kevin: Also ein Schlusswort. Ich denke, wenn ich das mal so mit mir vergleiche. Wenn ich jetzt das ganze Wissen aus dem Coaching nicht gehabt hätte mit dieser Negativspirale-Situation, die ich da beschrieben habe. Wenn man wirklich in so einer Situation drinsteckt und man weiß nicht, wie man da rauskommt, dann sollte man sich Hilfe holen. Und da ist nichts Schlimmes dran. Ich sehe das ganz oft immer, dass Leute sich dann schämen und sagen: Ja, ich weiß, ich krieg das schon irgendwie alleine hin. 

Aber wenn einem dieses Wissen fehlt, zu analysieren, warum, woran liegt es jetzt eigentlich gerade, dann ist es immer schwierig. Da ist so ein Impuls von außen noch mal ganz sinnig und deswegen kann ich da mit auf den Weg geben, wenn man da wirklich schon lange in so einer Situation gefangen ist und will da raus, aber weiß einfach nicht wie’s geht. Und alles was man versucht hat, ist irgendwie gescheitert. Dann fasse dir ein Herz und hole dir Hilfe. Und ich denke, das ist jetzt auch ein gutes Schlusswort noch mal!

Ralf: Auf alle Fälle. Und ich stimme dir auch da zu 100 Prozent zu. Vielen Dank, Kevin. Ich freue mich, wenn wir uns hier, wir hören uns ja sowieso, aber auch im Rahmen vom Podcast mal wieder hören und sage: Bis dahin, alles Gute. Vielen Dank und tschüss.

Kevin: Erst mal bis zum nächsten Mal. Hat mich gefreut. Vielen Dank!

Das war der 50+ und drunter Podcast. Wenn es dir gefallen hat, abonniere jetzt und hinterlasse einen Kommentar. Alle weiteren Infos zur Folge findest du in den Shownotes.

Ralf Gabler erreichst du unter ralfgabler.de.

Er freut sich von dir zu hören bis zum nächsten Mal.

 

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