Ralf Gabler – Schmerztherapie & Gesundheitsberatung

Bestsellerautor

50plus Podcast | Bestsellerautor | Markus Cerenak | #16

Der Bestsellerautor Markus Cerenak im Interview

Markus Cerenak, aktuell als Bestsellerautor unterwegs, kenne ich schon seit langer Zeit. Zunächst via Internet, später dann auch live von einem Treffen in Wien. Damals hatte der ehemalige DJ, Musikkritiker und Journalist uns Einsteigern beigebracht wie man „einen richtig guten Blog“ aufsetzt.

Jetzt hat sich Markus gemäß seinem 7-Jahres Rhythmus wieder einmal neu erfunden. Er ist zusammen mit einem Kollegen zum Bestseller Autor mutiert. Markus, respektive M.C. Robertson, schreibt locker leicht zu lesende Bestseller und vermarktet diese selber. Markus kann eindeutig schreiben und wenn er etwas tut, macht er das auch richtig gut. Auch Bestsellerautor.

Es geht im Podcast darum wie ein Bestsellerautor an das Thema Schreiben herangeht. Markus wäre aber nicht Markus, wenn es nur darum ginge. Er ist wie immer eine geniale Quelle der Inspiration für den ganz normalen Alltag(swahnsinn).

Aber genug gespoilert – hör einfach selbst …

Markus erreichst du über seine Homepage:  https://markuscerenak.com

Das von ihm mit kreierte Fotocamp findest du hier: https://shootcamp.at

Die Autorenseite der beiden Freunde gibt es hier: https://robertsmaclay.de

Seine Bücher (die sich echt gut lesen) gibt es hier: https://www.amazon.de/gp/bookseries/B08B1SKS7D/

 

Für alle „Nichthörenwoller“ habe ich ein Transcript erstellt:

Podcast Transcript:

 

Du bist nie zu alt um jung zu sein. Der 50+ und drunter Podcast. Genieße dein Mittelalter stark, glücklich und gesund mit Ralf Gabler.

Ralf: Hallo und herzlich willkommen beim 50+ Podcast. Ich freue mich heute ganz riesig, scheint wieder so ein richtig tollen Gesprächspartner mit dabei zu haben. Jemand, den ich tatsächlich in live und in echt kennengelernt habe. Ein ganz netter Typ kenne ich aus dem Internet. Wundert euch nicht über die seltsame Sprache. Er ist Österreicher, aber ist eben so. 

Aber ist wie gesagt einer der Lieben, einer der Guten. Markus Cerenak oder auch MC Roberts, wie er sich mit seinem Pseudonym aktuell gerade nennt, ist schwierig zu sagen, was der Markus eigentlich ist. Aktuell gerade ist er, ich würd mal sagen Bestsellerautor und irgendwie ein Mensch, und das hat mir schon immer imponiert, der sich nach meinem Empfinden im Prinzip tagtäglich neu erfindet. Hallo Markus.

Markus: Hallo Ralf, hallo liebe Hörerinnen und Hörer, danke für die Einladung. Freue mich, dass ich da sein kann.

Ralf: Ja, sehr gerne jedoch. Markus, wir haben gerade schon im Vorgespräch so ganz kurz angefangen zu quatschen über Covid und die Corona Situation. Und du als Autor, wie stellt sich denn Corona für dich dar? Wie empfindest du Corona?

Markus: Also ich persönlich bin einerseits nicht nur Autor, sondern habe noch das eine oder andere Online-Projekt. Für mich persönlich hat sich zu allererst, nicht wie bei vielen anderen Menschen, so großartig viel verändert, weil wir ohnehin von zu Hause arbeiten, ohnehin schon sehr, sehr viel virtuell gearbeitet haben, ohnehin schon sehr, sehr viel Tools wie Zoom und Co. genutzt haben. Also deswegen ist jetzt der große Einschnitt, den viele Menschen erleben in ihrem Tagesablauf, der hat bei mir de facto nicht stattgefunden. 

Also ich musste mich nicht großartig umgewöhnen. Was ich schon sagen muss, ist das, dass man durch die Zeit, die einem geschenkt wurde, die Möglichkeit bekommt, viele Dinge zu machen, die sonst nicht passiert werden. Ich glaube, es war bereits im März, als der erste Lockdown in Österreich war, als die ersten Menschen gepostet haben, wie furchtbar Freiheitsberaubung und das alles sei und alles mögliche. 

Und parallel dazu gab es ein Posting, dass William Shakespeare zurzeit der großen Pandemie, keine Ahnung, wann das war, tut mir leid, ich habe das jetzt nicht parat, seine Theater-Gesellschaft zusperren musste. Er hat in dieser Zeit König Lear, Julius Caesar und noch ein drittes Werk geschrieben hat, indem er die Zeit genutzt hat, die Dinge zu tun, zu denen man sonst eventuell nicht kommt. 

Und parallel dazu habe ich viele amerikanische Entrepreneur-Kollegen posten gesehen, die gesagt haben: Wenn du jetzt, in dieser Zeit, die dir da geschenkt wird, nicht dazu kommst, ein Projekt, das du schon lange vorhast umzusetzen, dann ist nicht das Projekt Schuld. Und es ist nicht die Zeit Schuld, sondern ich glaube, ich brauche nicht weiter ausführen, wer daran Schuld ist. 

Natürlich hat diese Situation sehr, sehr viele Nachteile, was ganz besonders die soziale Interaktion der Menschen betrifft. Aber es wird uns durchaus viel Zeit geschenkt und es kann das Leben bei bestimmten Dingen nicht mehr dazwischen kommen und uns davon abhalten, diese Dinge zu tun. 

Es liegt jetzt nur mehr an uns, diese Dinge, die man sich schon lange selber in die Tasche lügt, wo man sagt: Kann ich nicht mache, weil Geld, zeitlich nicht möglich, alles kompliziert. Das trifft jetzt einfach nicht mehr zu. Und jetzt, das tut glaube ich ein bisschen weh, einerseits hat der ‚Lock‘ dann halt dazu geführt, dass den Menschen sehr, sehr viele wichtige Dinge weggenommen wurden, die in unserer Zeit leider sehr, sehr wichtig geworden sind. Nämlich auf Konsum, also Dinge einkaufen und diese Dinge den anderen zeigen, zweitens.

Und drittens: In der Gegend herum laufen und Erlebnisse fotografieren und diese auf Facebook posten. Also all diese Dinge, die uns, die sehr, sehr vielen Menschen sehr, sehr viel Freude bereiten und die aber vielleicht jetzt nicht unbedingt die wichtigen Dinge im Leben sind. Also wie gesagt, Dinge kaufen, Dinge zeigen, dass man Dinge gekauft hat und Posten wie super man ist. All diese Dinge, das wurde genommen durch diese Pandemie. 

Und man merkt schnell, dass der eine oder andere vielleicht relativ schwer damit umgehen kann. Und dann passieren halt diverse Verschwörungstheorien und alles mögliche. Ich finde, das Ganze hat natürlich für viele Menschen, Christoph Waltz hat es erst gestern glaube ich in einem Interview gesagt: Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die das sehr elementar in ihrem Leben erwischt haben. Für die ist es natürlich eine ausgewachsene Katastrophe, keine Frage. 

Aber es gibt sehr, sehr viele Menschen, die sich die Katastrophe einfach daherreden, würde der Österreicher jetzt sagen. De facto müssen wir uns Abend für Abend entscheiden, ob wir unseren Film auf Netflix, auf Prime oder auf Disney Plus anschauen, während im Supermarkt die Regale noch immer voll sind. Und während es noch immer laufend Wasser, Heizung und all die schönen Dinge gibt, die wir in der westlichen Welt so als normal empfinden. 

Also für mich ist das gerade diesbezüglich nicht ausgebrochen, wenn man momentan halt nicht einmal die Woche, auf die Seychellen fliegen kann. Ich glaube, dass diese Zeit gut für für uns ist, um mal inne zu halten und demütig dankbar zu sein für diese Dinge, die nach wie vor da sind. Obwohl da draußen scheinbar die Apokalypse ausgerufen wird, weil ein unguter Virus da draußen wütet, sollte man doch immer sehen, dass es uns eigentlich grundsätzlich sehr, sehr gut geht.

Ralf: Aber hast du meine volle Zustimmung zu deinem, zu deinem gesamten Text. Das ist Markus, so wie ich ihn live mit schönen, wunderschönen und präzise formulierten philosophischen Ansätzen kenne. Ich stehe da zu 100 Prozent dahinter. Es ist wirklich eine Geschichte, auch für mich, wo ich sage: Okay, ich habe es dann auch endlich mal wieder geschafft, den Arsch hoch zu kriegen. Auf gut Deutsch gesagt Dinge anzugehen, die die sonst brach lagen und dann eben wirklich was zu tun. 

Weil Ausreden hat es ja nicht mehr. Wenn man lange genug rumhängt, dann wird irgendwann einfach auch fad und dann geht die Suche nach etwas Neuem los. Dein neues ging aber glaube ich schon vor Corona los. Oder hast du tatsächlich mit Corona mal wieder dich neu erfunden?

Markus: Es ging schon vor Corona los. Ich bemerke in meinem Leben so sieben-Jahre-Zyklen der Veränderung, die nicht auf meinem Mist gewachsen sind. Sondern man kann das nachlesen, dass es das ist, was es durchaus bei sehr, sehr vielen Menschen gibt, dass sich so im sieben-Jahres-Zyklus grundlegende Dinge ändern dürfen. 

Wir beide haben uns hier kennengelernt im Zuge meines Blog-Projekts meiner Webseite MarkusCerenak.com, wo ich 2013 damit gestartet habe und wo es darum ging, die kleine Rebellion gegen das Hamsterrad auszurufen.

Ralf: Genau, das war unser erster Kontakt.

Markus: Im Zuge dessen gab es dann Online-Kures zum Thema Bloggen und ich glaube, da warst du einer der ersten Kunden. Dafür haben wir uns ja dann kennengelernt und ich habe mich de facto diesen Zyklus sehr, sehr intensiv mit dieser Website beschäftigt. Diese Website existiert natürlich nach wie vor, wird nach wie vor mit Inhalten gefüllt, und hoffe ich, dass es nach wie vor sehr, sehr vielen Menschen hilft, den Schritt aus dem Hamsterrad zu machen. 

Parallel dazu habe ich mit meinem guten Freund Christian Anderl, ehemaliger Radiomoderator und sehr erfolgreicher Fotograf eine Lernplattform zum Thema Fotografie mit gründen dürfen. Da Christian ja der Fotograf ist, ist natürlich der, der das federführend vorangetrieben hat. Die Plattform heißt Shoot Camp und ist eben eine Fotografie Lernplattform, wo man eben online fotografieren lernen kann. Und das ist das, was mich über diesen Zyklus so beschäftigt hat, war sehr sehr viel Onlinebusiness.

Seit Jahren schon, vor dem Start meines Blog-Projekts, ist der Wunsch da gewesen, mal einen Roman zu schreiben und ich habe diesen Wunsch sehr erfolgreich jahrelang unterdrücken können, indem ich Blogartikel geschrieben habe und ein Sachbuch und noch ein Sachbuch und noch ein paar Hundert Blog-Artikel. Da konnte ich das ganz gut für mich erklären, warum ich denn nicht dieses Buch zu schreiben beginne.

Ralf: Eine Art positive Prokrastination mit harter Arbeit und guter Arbeit vor allem. Ich werde auch sehr gerne die anderen Projekte von Markus für euch in den Shownotes noch verlinken, weil die lohnen sich, die sind wirklich richtig cool. So hast du es also geschafft, in dem du gute Projekte ins Leben gerufen hast, ein ganz anderes Projekt nicht angehen zu müssen.

Markus: Erfolgreich Argumente gefunden, dieses Projekt nicht anzugehen. Und irgendwann hat es dann gereicht, ich hab begonnen, dieses Projekt anzugehen. Dazu muss ich sagen, ich bin, was die Literatur betrifft jetzt nicht der Hoch-Literat-Fan bin. Wenn hohe Kunst in meinem Leben wichtig ist, dann ist es beim Thema Musik. Da bin ich, was klassische Musik betrifft, sehr, sehr anspruchsvoll und sehr sehr affin. 

Bei den Büchern und Filmen bin ich mehr so Popcorn-Kino-Typ, sage ich ganz offen. Und auch Filme und Serien zum Unterhalten, sollen auch ein Stück weit das tun, was ich mit meiner Webseiten auch jahrelang gemacht habe, nämlich Menschen aus ihrem Hamsterrad holen für ein paar Minuten, für ein paar Stunden. Und das Rundherum um sich vergessen, und eine spannende Zeit haben. 

Und deswegen sind unsere Romane, ich sage absichtlich unsere, weil ich zwar alleine zu denken begonnen habe und dann aber mit einem meiner ältesten Freunde gemeinsam als Co-Autoren-Duo diese Projekte jetzt schreibe. Wir haben einen im besten Sinne des Wortes einen Abenteuerroman-Helden entwickelt, der jetzt mittlerweile, lass mich kurz nachdenken im sechsten Abenteuer sich befindet. Also Nummer 6 ist heraus. 

Und ja, irgendwann habe ich dann beschlossen, dieses Projekt anzugehen. Und ich mag es bei Null zu beginnen. Ich mag es, Sachen bei Null anzufangen und die Regeln von bestimmten Projekten neu zu erlernen und die eine oder andere Regel, wenn ich sie dann beherrsche, auch ein bisschen zu beugen. Aber wenn es um das Thema ‚Romane schreiben‘ geht und dann natürlich dazu muss ich noch sagen, diese Romane erscheinen im Selfpublishing. 

Wir kümmern uns auch selber um die Vermarktung und den Vertrieb und all das von diesem Ding. All das ist eine Wissenschaft. Es ist jetzt nicht so, dass man jetzt ein Buch schreibt, sich eine Geschichte ausdenkt und das auch sehr, sehr erfolgreich vermarktet. Da darf man viel lernen. Und aus irgendeinem Grund finde ich das spannend, mit solchen Dingen als Unwissender zu beginnen, mir dieses Wissen anzueignen, zu versuchen, meine eigenen und daraus erlernten Regeln zu entwickeln und habe dann Freude daran, wenn das funktioniert. 

Und um mit dem Hauptdarsteller vom A-Team aus den 80er-Jahren zu sprechen, der jede Serie oder jede Folge beendet hat mit: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Wer sich daran erinnern kann, Hannibal heißt der übrigens. Ich habe wirklich Freude daran, solche Dinge in Ruhe zu planen, Dinge zu erlernen, mir von Menschen, die das gut können, ein bisschen abzuschauen, die Videos machen und dann ja ein eigenes neues Projekt auf die Beine zu stellen. Und das funktioniert mit den Büchern, mit den Thrillern, die wir da jetzt so schreiben, funktioniert das schon ganz gut.

Ralf: Ja, ich habe vier davon gelesen und muss sagen, sie haben mir sehr gut gefallen. Es ist genau das, was du sagst, dass es jetzt nicht irgendwelche hohe Literatur, wo ich mir jeden Satz 13 mal überlegen muss: Wie könnte der Herr Cerenak alias Robertson das denn gemeint haben mit seinem Co-Autor? Den wollen wir ja wirklich nicht unter den Tisch fallen lassen hier. 

Sondern einfach nette, für mich ganz, ganz angenehme Literatur, die dem entspricht, was ich abends gern haben mag, wenn ich gearbeitet habe, so ein bisschen müde bin. Ein schönes Gläschen leckeren Rotwein neben mir stehen habe und dann einfach noch ein paar Seiten Buch lese. Oder abends. Ich bin jemand, der gerne, bevor er dann wirklich schläft, im Bett noch mal 10, 15, 20 Seiten liest. 

Und dafür sind für mich persönlich die Bücher richtig genial, weil sie simpel sind, weil sie spannend sind, brauchen keine riesige Konzentration, sondern lesen sich so richtig schön locker runter.

Markus: Genau das soll es sein. Genau das, war es, als wir begonnen haben, diese Geschichten zu positionieren und uns überlegt haben, wer soll das den lesen. Genau das, war es, was uns vorgeschwebt ist. Genau diese Art, die du jetzt gerade beschrieben hast.

Ralf: Dann ist es sehr gut gelungen. Wie so vieles, was du machst, ist sehr gut gelungen. Wie gesagt, ich mochte ja dein Blog-Projekt sehr gerne. War eine tolle Geschichte. Tolle Zeit irgendwie auch schon. Shoot Camp war jetzt nicht so ganz meins. Obwohl also das liegt nicht am shooten, sondern liegt daran, dass ich zwar ganz gerne fotografiere, aber mir da null Kopf drum mache und einfach nur so fotografiere, wie ich grad Bock drauf habe.

Und da nie auf den Gedanken gekommen bin, einen Kurs dafür zu machen, sondern das eben einfach so für mich mache und fertig und die Bilder müssen mir gefallen und sonst gar niemand. Und die treten normal auch nicht nach außen in Erscheinung, sondern dienen der eigenen Deko. Markus, im Moment gibt es ja den den Kurs ‚Raus aus dem Hamsterrad – in drei Tagen zum Bestsellerautor‘. Drei Wochen, drei Monate, drei Jahre? Keine Ahnung. Gibt’s ja noch nicht. Ich sage jetzt mal ganz bewusst noch nicht, weil bei dir weiß man ja nie.

Markus: Nein, den wird es nicht geben.

Ralf: Den wird es nicht geben, okay?

Markus: Nein, den wird es nicht geben aus mehreren Gründen. Ich spüre, dass ich mit dem erklären von Dingen, dass ich das sehr, sehr lange, sehr sehr gerne gemacht habe, aber jetzt einfach ein bisschen weniger Spaß daran habe. Aber ich habe nicht vor, anderen zu erklären, wie sie Bücher schreiben. Wobei ich noch dazu sagen müsste, dass es auch noch ein bisschen, für mein Gefühl, zu früh wäre, solche Dinge in meinem Status zu erklären. W

ir haben zwar jetzt sechs Bücher geschrieben oder sieben, aber wir machen das eineinhalb Jahre lang. Und du machst hier für mich ein Thema auf, das ja sehr wichtig ist. De facto im Internet gibt es unglaublich viele Experten für unglaublich viele Dinge.

Ralf: Ja, stimmt.

Markus: Wenn ich drei Bücher gelesen habe und daraus ein Viertes zu schreiben, bin ich kein Experte. Und wenn ich drei Bücher gelesen habe und über diese drei Bücher dann ein Seminar halte, dann bin ich kein Experte mehr. Wenn ich hochpreisige Coachings verkaufe oder hochpreisige Online-Kurse zu diesem Thema, das ich mir gerade vor einem halben Jahr selber angeeignet habe, dann bin ich kein Experte. 

Wenn nach diesem Schema ein bisschen mehr Menschen agieren würden, dann könnte es sein, das es das eine oder andere Produkt da draußen auf dem Markt nicht gebe, erstens. Und es gebe auch einige Menschen nicht, die für diese Produkte viel Geld ausgegeben haben und leider keinen Nutzen dadurch gezogen haben. Beim Thema Bücher schreiben und Bücher vermarkten habe ich einerseits gemerkt, dass es so eine individuelle Sache ist. Ich möchte nicht mich hinstellen und jemandem anderen erklären, wie eine gute Geschichte schreibt. 

Ja, es gibt auch dafür Regeln. Aber das ist keine Atomwissenschaft diese Regeln. Weil jedes Buch, jede Geschichte, jeder Film, jede Serie, das mag für viele Menschen, die sich noch gar nicht so vergegenwärtigt haben, sehr nüchtern klingen, aber funktionieren nach dem gleichen, nahezu zu 90 Prozent gleichen Schema. Die haben immer wieder die gleiche Geschichte. 

Und manchmal ist mehr Romantik drinnen und manchmal ist mehr Action drinnen und manchmal ist mehr Utopisches drinnen und manchmal ist mehr Drama drinnen und manchmal ist mehr Humor drinnen. Aber es ist immer wieder die gleiche Geschichte. Das zu verstehen, ist einerseits ein Stück ernüchternd, aber andererseits nimmt es dem Ganzen auch ein bisschen die Schwere. 

Es gibt so viele Autoren, die aus diesem Prozess, eine Geschichte zu entwickeln, so eine unglaublich schwere Sache machen. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass es einfach ist, aber grundsätzlich zu verstehen, wie Geschichten funktionieren, damit sie Menschen ansprechen und das eine oder andere Gefühl erzeugen, ist jetzt keine Raketenwissenschaft. Aber diese Regeln sind eben dazu da, um sie ganz individuell auszuleben. 

Und hier beginnt ganz schnell die ganz eigene Kreativität, die man meiner Meinung nach nur mittelmäßig in den Lehrbüchern, Online-Kurse oder ähnliches gießen kann. Das heißt nicht, dass das nicht geht. Und ich möchte jetzt nicht sagen, dass die vielen Kurse oder Bücher schlecht sind. Es gibt sehr, sehr viele gute Bücher und ich habe sehr, sehr viele davon gelesen. 

Das Ziel ist, dass die nicht einen guten Job machen. Es ist, erstens möchte ich nicht mich dazu gesellen. Wenn du dich erinnerst den ersten Blog-Kursen oder einen der ersten Kurse online Kurse zum Thema Bloggen habe ich gemacht im Jahr 2013. Es gibt da draußen Menschen, die bei weitem besser erklären können, wie man gute Bücher schreibt als ich. Und deswegen wird es den Kurs, wie man Bücher schreibt, wie man gute, erfolgreiche Bücher schreibt, von mir nicht geben. 

Und es würde auch den Kurs nicht geben, wie man Bücher vermarktet. Auch den gibt es nicht oder den wird es nicht geben. Und zwar aus einem anderen Grund. Es gibt ganz subjektive Beobachtung, es gibt ein bisschen einen Auffassungsunterschied zwischen dem deutschsprachigen Sprachraum, was Literatur und ganz besonders, ich sage es mal populär Literatur betrifft. Der Amerikaner würde dazu sagen Fiction, also genau das, was du jetzt beschrieben hast, wofür für dich meine Bücher auch da sind, also kommerzielle Literatur. 

Es gibt da ein bisschen Auffassungsunterschiede zwischen dem angloamerikanischen Raum und dem deutschen Raum. Wir scheinen das alles viel, viel ernster und viel, viel künstlerischer und viel mit mehr Kunstanspruch zu sehen. Und Geldverdienen mit Büchern ist zwar erwünscht, aber da redet man nicht drüber, um das Ganze auch noch marketingmäßig professionell zu machen. 

Und nun gibt es ja sehr viele Gruppen, wo man gleich schief angeschaut wird, wenn man Werbung für seine eigenen Bücher schaltet und all diese Dinge auch. Ich hab einfach einen Marktansatz, zusätzlich noch zu meinem Ansatz, dass meine Geschichten oder unsere Geschichten spannend sein sollen. Nur auch hier möchte ich nicht den Märtyrer machen und Menschen davon überzeugen, dass wenn sie ihre eigenen Bücher auch brauchbar verkaufen wollen, weil das Wort Bestseller beinhaltet, das Wort ‚Seller‘ und nichts ‚Writer‘ oder ‚Reader‘, sondern Bestseller werden. 

Das heißt, das beste Buch macht noch immer keinen Sinn, wenn es keiner kauft und keiner liest. Aber ich möchte hier nicht den Märtyrer machen und und und anderen erklären, warum sie für ihre eigenen Bücher Marketing machen sollen. Das heißt, ich glaube nämlich, dass das überraschend schwierig an den Mann oder an die Frau zu bringen wäre, so ein Zugang zu einem Kursbuch oder sonst irgendetwas. 

Und ich möchte meine Zeit verbringen, nicht andere zu überzeugen, was sie brauchen, sondern möchte meine Zeit damit verbringen, spannende Geschichten zu schreiben, dass noch mehr Menschen ein, zwei Stunden am Abend abschalten können. Also ich habe es nicht vor und es würde mich sehr erstaunen, wenn ich meine Meinung ändern würde. Ich habe nicht vor, den Erklärbär für Bücher schreiben oder Bücher verkaufen zu machen.

Ralf: Ja, okay, klingt nett. Das Wort ‚Erklärbär‘ mag ich irgendwie. Ja, okay. Also kein Buch. Dann lass mich dir doch anders noch mal auf den Zahn fühlen. Was könnte denn, wenn jetzt irgendjemand sagt Mensch, was der Markus da so toll macht und was mir so super gefällt, kannst du mir ein oder zwei Titel nennen, die spannend sein könnten für jemand zu lesen, der in diese Materie mal ein bisschen reinschnuppern will.

Markus: Du meinst Titel, wo man, wo man ein bisschen mitkriegt, wie man eigene Romane schreibt?

Ralf: Genau. Ganz genau.

Markus: Also da gibt es eine ganz, ganz, ganz große Anzahl. Und es gibt auch und da muss ich jetzt, also jetzt ein bisschen ausholen, weil grundsätzlich, man könnte es fast sagen zwei Glaubensrichtungen gibt, wenn es darum geht, Romane zu schreiben. 

Es gibt genannten sogenannten Plotter, also der Mensch, der sich hinsetzt und die Geschichte plant, und zwar detailliert plant. Also nicht so, ich habe einen Helden und dem passiert das und das, sondern da wird sich jedes Kapitel vorher überlegt und geplant, was in diesem Kapitel passiert. Und wenn man alle Kapitel geplant hat, dann setzt man sich hin und schreibt ein Buch. Das ist der Plotter. Der Plotter beginnt nicht zu schreiben, ohne dass sie oder er nicht ganz genau wissen, was in dieser Geschichte passiert. 

Und dann gibt es das genaue Gegenbeispiel, den sogenannten Pantser. Ein Pantser sitzt auf auf seinem Hosenboden, daher auch der Name Pantser, eine positivere amerikanische Formulierung ist der Discovery Writer. Es gibt keinen Plan, was passieren wird. 

Es gibt nur ein Beispiel J.K.Rowling, die Frau von Harry Potter. Die plotted ganz detailliert. Stephen King gar nicht.

Ralf: Okay.

Markus: J.R.R. Tolkien hat den Herr der Ringe begonnen und hatte keinen Plan, wo es hinführt. Lee Child, wer die Jack-Reacher.Serie kennt, der keine Ahnung, was in dem Buch passiert. Er beginnt seinen Helden in eine Situation zu stoßen und dann lässt er laufen. Dan Brown, Sakrileg:Vinci Code, Illuminati und Co., ist ein extrem flotter. Der manchmal so sagt: Sein Plan, seine sogenannte Alternative, sein Plot. Ein Drittel des Buches ist bereits umfasst. 

Da gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Ausrichtungen und es gibt auch kaum jemand, der wechselt. Also entweder du bist ein Pantser oder ein Plotter. Das ist relativ gesehen, ist relativ in Stein gemeißelt. Natürlich kann man das mal probieren. Ich habe begonnen z pantsen und bin dann Anfang des zweiten Aktes nach dem ersten Viertel des Buches ganz furchtbar hängengeblieben, weil ich einfach nicht mehr wusste, was weiter passiert ist. 

Diese Bücher und dieses Schicksal erleben sehr viele Bücher, weil sehr, sehr viele Menschen eine Grundidee haben zu schreiben und dann anfangen und aber nicht wissen, wo das Ganze hinführen soll. Also gut. Natürlich, zum Beispiel Stephen King hat das Ende im Kopf. Stephen King ist ein dermaßen genialer Mensch, dass er das gesamte Buch im Kopf geplant hat und sagt, er hat keinen Plan, wobei er es nicht hingeschrieben hat. Stephen King fällt jetzt in das Thema Chemie so stark rein, dass ich davon ausgehe, dass Stephen King ein 500 Seiten Buch im Kopf hat, das einfach nur mehr hinschreiben muss.

Ralf: Könnte ich mir auch vorstellen.

Markus: Es gibt, um kurz abzurutschen, es gibt da einen Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seine Schwester, wo er geschrieben hat Don Giovanni ist bereits fertig, er muss ihn nur noch hinschreiben, er muss es vergegenwärtigen, dass Don Giovanni eine drei Stunden Oper ist. Die der Herr Mozart offensichtlich die gesamte Partitur mit dem gesamten Orchester, mit allem bereits in seiner Birne hatte und dann einfach hingeschrieben hat. 

Und bei sehr vielen Pantsern ist das ähnlich. Die haben die Geschichte einfach im Kopf und kommen gar nicht nach hinzuschreiben. Das ist aber natürlich ein Talent bis zur sogar ein Geschenk, das man halt einfach kann oder nicht kann. Und dann habe ich es mit Outline oder mit Blocken probiert und dann hat das sehr, sehr gut funktioniert. 

Also es gibt sehr, sehr viele Bücher, die sich dem widmen, wie man plotted, also wie man mal grundsätzlich versteht, wie so eine visuelle Geschichte aufgebaut ist und wie man so einen Roman plant. Also ‚Save the Cat: Write a Novel‘ ist zum Beispiel ein Buch, das sehr, sehr gut ist. Dazu ‚Save the Cat‘ ist eigentlich eine Anleitung zum Drehbuchschreiben. 

Blake Snyder ist ein Drehbuchautor und Lehrer für Drehbuchstrukturen. Und der Name ‚Save the Cat‘ kommt daher, dass er gesagt hat, das viele werden das wieder erkennen, um den Helden in den ersten Szenen positiv einzuführen, macht er irgendwas Nettes. Es gibt ganz viele Filme, wo er wirklich irgendwas total nettes tut, damit das Publikum weiß, dass ist der Held.

Ralf: Das ist der Gute.

Markus: Und da gibt es einen Hollywood das Klischee, dass man ‚Save the Cat‘ dazu sagt. Er muss auf einen Baum rauf kraxeln und eine Katze, die im Baum sitzt, retten. Hier kommt dieser Ausdruck. Und da gibt es eine Adaption für Romanautoren ‚Save the Cat: Writes a Novel‘ ist ein sehr, sehr guter davon. Und natürlich Stephen King ‚über das Schreiben‘ oder ‚on writing‘ ist natürlich ein absoluter Klassiker.

 Es gibt dann noch zum Lernen, wie eine Geschichte prinzipiell von der Struktur her funktioniert. Da gibt es den Klassiker von Joseph Campbell ‚Heros in tausend Gestalten‘. Joseph Campbell hat sich angesehen, die nicht aktuelle Geschichten, sondern zurück bis in die Märchen und und Mythologien, griechische Sagen, nordische Sagen und Co. Und ist draufgekommen, dass schon diese Geschichten alle nach einem komplett identischen Schema ablaufen. 

Er hat es dann die sogenannte Heldenreise genannt. Es ist eine Form von einer Handvoll Anleitungen, wie Geschichten ablaufen, und der Großteil der Geschichten, die wir kennen und die wir gelesen haben, folgen bis zu einem gewissen Grad dieser Heldenreise. Das ist etwas, das ich das ich sehr empfehlen kann, damit man mal diese Grundstrukturen ein bisschen versteht.

Ralf: Okay, ja, mit King ist interessant. Ich ich liebe Stephen King und das Buch, was ich von ihm was heißt Buch, das kein Buch, ist ein Epos. Was ich von ihm eigentlich am meisten mag, ist das, was viele bei ihm gar nicht vermuten würden. Das ist ‚der Turm‘. Und da kommt so ein bisschen das raus, was du jetzt gerade gesagt. 

Das wäre im Prinzip dieses Pantsen, wo er dann, ich habe es am Stück gelesen, habe aber die Story dann hinterher mitbekommen, dass er einfach irgendwo ich glaube bei Band 5 oder so was in sieben Bänden. Ich glaub, hat damit eine zehnjährige Pause gemacht mit dem Teil, weil er nicht mehr wusste, wie’s weitergeht. Und so ist es zumindest beschrieben, dann nachher hat er angefangen, glaube ich in den ersten Büchern was zu verändern, Neuauflagen zu machen, dass es dann nachher zum Schluss zu wieder fertig bekommen hat. 

Also ganz andere Geschichte und das deutet darauf hin, dass er es so macht, wie du es sagst. Wahrscheinlich schon eine Story im Kopf hat. Ich meine, das Ding ist ja Irrsinn. Das sind sieben mal ca. 800 Seiten, also dürften zirka 10.000 Taschenbuch Seiten sein. Dann nicht 10.000, 5000 Taschenbuch Seiten ein. Ein irres Teil, ich weiß nicht, kennst du ja nicht.

Markus: Ich muss ganz ehrlich sagen ich habe so meine Probleme mit Stephen King. Ich finde so Dinge wie wie Salem Sloughter, brennendes Salem auf Deutsch war großartig. Zum Beispiel Carrie großartig. Es gibt dafür immer wieder Dinge, da werde ich einfach nicht warm damit. Stephen King ist vom Genre her an sich nicht mein großer Held. 

Zum Beispiel JRR Martin, der Kollege, der unglaublich viel Content produziert, für die literarische Vorlage von Game of Thrones geliefert hat, der ist auch ein Pantser und bei ihm merkt man das, dass das einfach Dinge passieren, die ihnen die, wie er selber sagt, ihn selbst überraschen. Also wenn er zum Beispiel im ersten Buch seinen Hauptcharakter, seinen Helden im ersten Buch bereits sterben lässt, dann verwirrt das in der Serie und auch im Buch selber natürlich ein wenig, weil man jetzt sich daran gewöhnt hat, dass der Main-Charakter ist und jetzt ist er nicht mehr da. 

Das heißt natürlich, wenn du ein genialer Panzer bist, kann das natürlich der Geschichte einen Drive geben, der für alle erstaunlich ist, auch für den Schreiber selber. Es passiert natürlich auch, dass du dich beim Pantsen, wenn du da jetzt nicht diese Genialität hast, wie die Kollegen, die wir damals gerade angesprochen haben, ich ganz furchtbar in ein Eck schreibst und dann einfach nicht mehr raus kommst.

Und dann sagen musst: Okay, ich muss jetzt 20000 Worte löschen oder wegwerfen, weil ich muss zurück zu dem Punkt, weil ich bin da falsch abgebogen und das geht in eine ganz falsche Richtung. Also das kann als Plotter oder als Outliner kann das nicht passieren. Und es gibt natürlich die Diskussion, wer ist der Kreativere, und ist nicht plotten einschränkend und alles Mögliche.

Ralf: Der Plot ist ja auch eine kreative Schöpfung.

Markus: Eben. Meine Kreativität wird beim Planen der Geschichte, ich sage jetzt mal ausgelebt. Dann ist es halt ein ‚Ich habe jetzt die Geschichte fertig und sie ist ok, sie ist gut und jetzt kann man sie hinschreiben‘. Es ist ein bisschen eine Glaubenssache auch und eben in welche Richtung das eigene Talent geht.

Ralf: Ich es super spannend mit dem, was du jetzt gerade erzählst. Ich habe heute, wo ich spazieren war, ich gehe zurzeit auch relativ viel ‚gehen‘. Was du ja auch gesagt hast, du machst gerade ziemlich viel Sport, bist viel draußen, bist viel aktiv. 

Und ich habe nebenher Tim Ferris gehört. Ich weiß, muss zu meiner Schande gestehen, ich weiß nicht mehr um welche Autorin es ging, mit einer super Schreiberin und sie hat ganz klar gesagt: Wenn du was schreiben willst, sie schreibt überwiegend Novels, sie braucht den Titel und sie braucht den letzten Satz und dann fühlt sie das dazwischen.

Markus: Und genau das ist das, was du jetzt ansprichst, wo ich für mich ganz große Skrupel hätte zu sagen: Ja, ich kann dir erklären, wie ich oder mein Co-Autor und ich Geschichten uns ausdenken, machen und dann auch schreiben. Aber das ist eben unsere Art und Weise, das zu tun. Und dazwischen, zwischen den rohen Gerüst an Regeln, Regelwerk und der fertigen Geschichte, da ist ihm ganz viel dazwischen. 

Und wir haben natürlich eine Zeit gebraucht, um auch zu zweit uns eine Geschichte auszudenken und zu schreiben. Das ist zuweilen sogar ein bisschen eine Herausforderung. Es hat natürlich auch eine Zeit gebraucht, um unseren eigenen Workflow zurechtzulegen, wie das denn funktionieren kann.

Ralf: Das wäre meine nächste Frage gewesen. Markus, wie schreibt man bitte zu zweit ein Buch?

Markus: Und man macht es so in dem einer mit einer Grundidee daherkommt, also eine sogenannte Prämisse, eine Grundidee. Und dann machen wir es so, vor Corona-Zeiten tatsächlich in echt und jetzt halt jetzt halt mit dem Telefon verbunden. Wir gehen spazieren, als du das angesprochen hast. Bei mir ist es jetzt Zeit, ich glaube jetzt seit nahezu drei Jahren, gehe ich jeden Tag 10000 Schritte. Ja, sehr konsequent. Seltenst, dass das mal ausfällt.

Ralf: Sehr coole Angewohnheit im Übrigen, für alle Zuhörer, macht das nach.

Markus: Das ist das. Das tut unglaublich viel. Bei mir ist es so, dass ich das ich gar nicht kreativ denken kann, wenn ich sitze. Gar nicht. Schreiben ist gerade noch etwas, das geht beim Sitzen. Alles andere, wo ich brainstorme wo ich mir Dinge ausdenke, egal ob das jetzt was künstlerisch Kreatives ist, wieder Geschichte ausdenken oder eine Marketingstrategie oder sonst irgendwas. 

Das passiert beim Gehen. In Steve Jobs Biografie liest man, dass der Großteil der Apple Meetings, wo sie neue Dinge sich ausdenken, immer beim Spazieren passiert. Steve Jobs hat Zeit seines Lebens seine Meetings immer beim Gehen abgehalten. Es gibt ein Buch von Matthew Curry. Ich musste da nachschauen.

Ralf: Du darfst mir gerne die Dinge komplett alle, wenn es möglich ist, als Link schicken. Ich würde das sehr, sehr gerne in den Shownotes verlinken.

Markus: Der hat einen Blog geschrieben und daraus sind dann mittlerweile drei Bücher entstanden. Der hat sich die Arbeit gemacht und die Routinen und Tagesabläufe von erfolgreichen Menschen sich angesehen und zwar aus den letzten 400 Jahren oder so, und zwar erfolgreiche Künstler, Mediziner, Wissenschaftler, Philosophen, Maler, Musiker usw.. 

Und erstens mal sehr inspirierend, das zu lesen, welche Tagesabläufe, welche Morgenroutine, welche Abendrot ihnen diese Menschen hatten. Und als ich diese Bücher zum Ersten Mal gelesen habe, bin ich draufgekommen: Die gehen alle spazieren. Alle von Immanuel Kant bis zu Hemingway, alle haben in ihren Tagesablauf das Thema spazieren gehen. 

Und ich habe für mich gemerkt, dass das halt wirklich viel tut. Es tut viel und ist was ganz anderes, als sich eine Stunde am Laufband aufzuhalten oder eine Stunde am Laufband zu gehen, als rauszugehen. Und auch wenn es 0 grad hat, rausgehen. Und die Geschichten denken wir uns definitiv aus, während wir spazieren gehen. Wir haben Kopfhörer auf und Reden. Mittlerweile geht jeder einzeln spazieren und redet mit sich selbst. 

Man wird dann als Thriller-Autor vor allem sehr schräg angeschaut, wenn man durch die Gegend läuft und öffentlich sagt, dass es ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten gibt und dass man da eine Atombombe entschärfen muss. Und all diese Dinge. Da wirst du lustig angesehen, wenn du das Gespräch mit dir selbst führst.

Aber so ist es tatsächlich. Wir haben eine Grundidee und dann fangen wir am Anfang der Geschichte an und überlegen uns die wichtigsten, man nennt sie Plot Points, also die Punkte, wo die Geschichte eine Wendung nimmt, wo die Geschichte vorangetrieben wird, wo was passiert, wo sich etwas ändert. Also die Plot Points definieren wir über das Buch hinweg mal und überlegen uns eine ganz grobe Handlung. 

Das kann man sich vorstellen, wir ein Skelett. Jetzt nur die notwendigsten Punkte und unser Hauptcharakter kommt dorthin. Es passiert ihm das und das. Er sucht das und das. Diese und diese Hürden gibt es. Und er schafft es so und so, dass diese Hürden zu meistern sind. Also banal gesagt. Und wenn es dieses Grund-Skelett gibt, dann im zweiten Durchgang reden wir dann über dieses Grund-Skelett und dann kriegt das ein bisschen Fleisch. 

Dann sprechen wir jedes Kapitel in Ruhe durch und überlegen uns, was passiert. Und dann, da unsere Bücher verschiedene Handlungsstränge haben, die meistens aus der Perspektive eines oder mehreren Charaktere, die in diesem Buch vorkommen, geschildert werden, teilen wir uns auf, wer welchen Handlungsstrang schreibt. Und dann musst du dir vorstellen, hat das Skelett Fleisch bekommen. Dann beim nächsten Schritt, wenn jeder seine Kapitel schreibt, dann gibt es die Kleidung drüber, also die letzte Ebene. 

Und dann schreibt jeder seinen Handlungsstrang. Und wenn die Handlungsstränge miteinander interagieren müssen, also wenn Charakter A Charakter B, in der Handlung des anderen anruft zum Beispiel, dann besprechen wir das zeitlich und das war’s dann. Wir gehen dann jeweils über die Szenen und Kapitel des anderen drüber. Also ich schreibe was und Reinhard liest es und gibt sein ein Feedback und korrigiert und umgekehrt. Und so entsteht mittlerweile relativ und relativ unter Anführungszeichen zügig eine hoffentlich spannende Geschichte.

Ralf: Also die 4, die ich gelesen habe, die waren spannend. Nr. 5 und Nr. 6 muss ich mir mal noch holen, auch noch durchlesen. Hatte ja großen Spaß an den ersten vier. Also werde ich die nächsten auf jeden Fall auch lesen. Eine Frage habe ich quasi fast schon aus Eigeninteresse, aber ich denk interessiert im Zweifelsfall noch mehr. Ich kann das nur bestätigen, was du sagst zum Spazierengehen und Ideen kriegen und sich Sachen so ein bisschen durch den Kopf jagen, während man draußen geht. 

Wie machst du das? Also mir ist es schon häufig passiert, dass ich draußen gelaufen bin, mir irgendwas überlegt habe. Zum Teil eben auch jetzt nicht für Bücher, aber ansonsten Storys, Ideen, Sachen zusammengefasst habe. Und dass das zu Hause dann wieder weitestgehend weg war, weil das jetzt irgendwie nur am Spazierengehen hing. 

Da kann man sich sehr mühsam wiederholen. Hast du irgendeine Technik, um dir das zu merken? Das, was ihr mehr oder weniger durchgesprochen habt? Machst du Notizen, nimmst du irgendwie auf oder wie händelst du das?

Markus: Also wenn wir uns unseren Morgenspaziergang führen, es ist meistens eine Stunde oder anderthalb, also mittlerweile alle Meetings, die auch die anderen Projekte betreffen, werden beim Spazierengehen gemacht. Mittlerweile ist es so, dass ich endlich, ich habe ein Talent und da bin ich sehr dankbar dafür. Und da bin ich erst in den letzten eineinhalb Jahren so richtig dahinter gekommen. 

Ich erkenne schnell den Prozess, die Struktur, die Projekte, die Geschichten oder die Stories und kann sehr gut aus der Vogelperspektive mir solche Dinge behalten. Gar kein Problem drei grundverschiedene Projekte gleichzeitig in meinem Kopf zu strukturieren, zu planen, was auch immer. Ich bin ganz schlecht in den Details. Also ich bin kein Detail-Mensch, der das dann eins zu eins exekutieren kann und operativ umsetzen kann. Da bin ich sehr, sehr schlampig. 

Aber ich kann mir den Überblick sehr, sehr gut behalten, habe es sehr mit Struktur und Prozessen, den Unterschied zum eigentlichen Detail. Und das heißt, viel davon bleibt einfach in meinem Kopf, weil ich der festen Überzeugung bin, wenn ich Dinge gerne mache und Dinge gut mache, dann vergesse ich das nicht. Also man ist nicht auf Urlaub. Auf eine Traumreise zu fahren, weil man andere Dinge im Kopf hat, auch das vergisst man nicht. 

Deswegen versuche ich die Projekte für mich so wichtig zu machen, dass das Vergessen einfach nicht möglich ist. Natürlich kann man jetzt, ich gehe dann trotzdem zuweilen auf Nummer sicher. Und bei einem Plot, den wir uns gerade ausgedacht haben, oder einer Szene, dann wiederholen wir das am Ende noch mal, machen eine kurze Zusammenfassung und einer von uns beiden plaudert das dann einfach per Sprachnachricht, Evernote oder sonst irgendwas ins Handy rein. Selten, dass man diese Sprachnachricht dann noch abhören muss, aber sie ist mindestens da, wenn man was vergessen hat.

Ralf: Das ist wie die Spickzettel früher in der Schule. Wenn sie geschrieben waren, hat man sie nicht mehr gebraucht.

Markus: Habe ich immer gemacht, wenn ich eine Sprachnachricht habe und ich bin auch noch zusätzlich ein sehr auditiver Typ. Das heißt, ich merke mir die Dinge, die ich höre und die ich selber sage. Viel, viel besser ist, wenn ich es mir aufschreibe. Das funktioniert einfach besser. Da muss man ein Stück weit draufkommen, welche Wahrnehmungs-Typ man tendenziell ist. 

Und wenn ich es wiederhole, wenn ich es höre und fühle, für mich selbst rein rede, dann ist das jetzt ganz selten, dass es mir dann entfällt. Außerdem weiß ich dann schlimmstenfalls kann ich nachsehen oder nachhören.

Ralf: Hmm, okay. Ja, total spannend, finde ich. Was gibt es sonst noch? Irgendwas aus dem Autorenleben oder aus dem Markus Cerenak-Leben, was du unbedingt noch mit uns, mit mir und mit den Hörern teilen möchtest. Wir sind jetzt 47 Minuten schon dran. Zeit ist wie im Flug vergangen. Dafür schon mal herzliches Danke schön. Was schweben dir noch für Themen über den Kopf?

Markus: Also ich weiß das es ist unglaublich viele Menschen gibt, die gerne ein Buch schreiben würden. Unglaublich viele. Und ich weiß, dass das fast noch mehr Menschen gibt oder sehr, sehr viele Menschen gibt, die eine Idee für ein Buch haben. Und es gibt unglaublich viele Menschen, die begonnen haben, ein Buch zu schreiben und es dann nicht fertig gemacht haben. Das erste Buch ist aufwendig, schmerzhaft und man lernt, die Lernkurve ist hoch und gleichzeitig wie gesagt, es passieren halt unglaublich viele Fehler. 

Aber hier greift etwas, das meiner Meinung nach und ich kann jetzt doch schon ein paar Jahre auf selbständige Projekte zurückblicken und wenn man mich fragen würde, was die wichtigsten Eigenschaften sind, um bei dem, was man gerne tut, erfolgreich zu sein. Und ganz ganz wichtig: Das Thema Erfolg ist eine Definition, die jeder für sich selbst klar werden muss, was sie oder er unter Erfolg versteht. Also Erfolg ist nicht unbedingt Millionen machen. Erfolg ist nicht unbedingt, wenn 100.000 Menschen stehen und kluge Sachen sagen. Das Ganze kann und darf jeder für sich selbst definieren. 

Und diese zwei wichtigen Eigenschaften, die die, die ich für mich entdeckt habe, sind sehr unspektakulär. Sie nennen sich Geduld und sie nennen sich Disziplin deswegen. Und das geduldig sein ist fast noch, das ist, obwohl Selbstdisziplin ein hartes Stück Arbeit ist, ich glaube, dass in der heutigen Zeit das Thema Geduld noch anstrengender ist. Aus einem einzigen Grund, weil uns Facebook und Co. suggerieren, dass alles schneller als in Echtzeit geht und dass es unglaublich viele ‚Übernacht-erfolgreiche-Menschen‘ da draußen gibt. 

Nur das gibt es nicht, das ‚Über-Nacht-Erfolgreich‘. Es gibt ‚über Nacht erfolgreich und zehn Jahre davor gearbeitet und nicht erfolgreich gewesen‘. Die gibt es. Das heißt, der Druck, der auf einen lastet, das ‚schnell zu erledigen‘ führt bei vielen Menschen dazu, dass sie die Dinge dann, wenn sie es fast geschafft hätten, aufgeben. Irgendwo habe ich den Spruch gehört: Es ist total anstrengend gegen jemanden zu gewinnen, der nicht aufgibt. 

Und das Thema Geduld gepaart mit dem Thema Disziplin und die zwei gehören sowas von zusammen wie nur zwei menschliche Eigenschaften zusammen gehören können. Dieses Paar ist meiner Meinung nach essenziell. Alles andere ist ein Kindergeburtstag, sich die Dinge anzulernen, egal ob das jetzt Technik ist, Know how, was auch immer. Das ist alles nichts gegen das Thema Geduld und Disziplin. 

Egal ob es jetzt darum geht, ein Buch zu schreiben, irgendein anderes Projekt zu machen, zwei Kilogramm abzunehmen, ein Sixpack produzieren zu wollen oder schneller lesen zu wollen. Es ist völlig egal, welche Fähigkeiten, um welches Projekt es sich handelt. Geduld und Disziplin braucht es. Ein Kind, das zu gehen beginnt, hat nicht zwei Schritte gemacht, ist hingefallen und hat dann beschlossen: Das mit dem Gehen lasse ich jetzt. Ich habe jetzt zwei, drei Mal versucht, bin hingefallen und ich habe für mich beschlossen, das mit dem Gehen jetzt, das Projekt lasse ich. 

Grundsätzlich ist Geduld und Selbstdisziplin in uns allen drin. Sie wurde nur ein bisschen abtrainiert, weil wenn wir das als Kind nicht grundsätzlich hätten, würden wir weder schreiben. Also würden wir nicht sprechen können und wir würden nicht gehen können. Das passiert ganz am Anfang, bevor noch viele andere Fähigkeiten in unsere eingetrichtert werden. Grundsätzlich können wir das. Wir haben es ein bisschen verlernt. Und ich glaube, diese beiden Eigenschaften haben es verdient, ein bisschen mehr Zuwendung zu bekommen, wenn es darum geht, irgendetwas Neues anzufangen.

Ralf: Wow! Vielen, vielen Dank, Markus! Das sind richtig coole Schlussworte, richtig schön. Ich würd mich riesig freuen, weil ich eben auch solche Gedanken und solche Ideen unglaublich gern mag und auch unglaublich gern über diesen Podcast transportieren möchte, wenn wir vielleicht mal wieder, wenn es deine Zeit zulässt, wieder mal eine Aufnahme auch machen und ein bisschen ratschen, bisschen quatschen, weil genau das die Punkte sind, die, die aus meiner Sicht einfach auch wichtig sind zu wissen. 

Rein unabhängig von allem, was Technik und Wissen und sonstiges angeht. Einfach dieses Mindset. Und ich glaube, da funktionieren wir so ganz generell auf einer ähnlichen Ebene. Und ich glaube, dass wäre es auf jeden Fall wert, dass wir uns da mal wieder drüber unterhalten, hat mir riesig Spaß gemacht. I

ch denke für heute machen wir Break. Wir sind bei einer knappen Stunde. Irgendwie muss es jemand ja auch noch anhören können. Deshalb von mir noch die Frage: Hast du noch ein letztes Wort? Einen letzten Satz irgendwie? Also das vorige war ja schon ein absolutes Hammer Statement, dem ich voll zustimme. Vielen Dank. Was du noch loswerden willst.

Markus: Ich finde, dass das das Allerletzte. Ich gebe Buchtipp ab. Das Buch heißt: Der tägliche Stoiker.

Ralf: A Daily Stoiker.

Markus: Das ist von Ryan Holiday. Der hat für jeden Tag des Jahres ein Zitat aus der stoischen Philosophie. Und eine Bemerkung, eine Interpretation von Ryan Holiday, der einer der führenden Stoiker, modernen Stoiker ist, ich lese jeden Tag in der Früh den jeweiligen Tag und das dritte Jahr in Folge, wo sehr vieles an Persönlichkeitsentwicklung und Co. – Zeug steht. Das braucht man nicht, wenn man sich ein bisschen intensiver mit den Stoikern beschäftigt. 

Und die stoische Philosophie hat einen Aktualitätsbezug, der zuweilen beängstigend ist. Man liest Zitate und Sätze von Mark Aurel, von Seneca und Co. und denkt sich: Leben diese Typen gerade mit uns in der jetzigen Zeit oder haben sie wirklich vor tausend, fünfhundert Jahren gelebt? Weniger als 1000 Jahre? Leben die jetzt oder leben die früher? Weil die Probleme und die Sichtweisen und die Weltanschauungen, die sie schildern, offensichtlich Menschen schon immer bewegt haben und sich bis heute nicht geändert haben. 

Und im Unterschied zu vielen anderen philosophischen Richtungen liest sich die stoisches Philosophie total leicht und ist nicht, eine abgehobene Denkweise, mit der der unter Anführungszeichen ‚Durchschnittsmenschen‘ nichts anfangen kann. Sondern ist unglaublich alltagsbezogen, unglaublich aktuell und jeder, der pro Tag 5 Minuten Zeit hat, kann ich ans Herz legen, jeden Tag ein paar Zeilen aus dem täglichen Stoiker zu lesen.

Ralf: Danke schön! Dann sage ich: Ich werde mir es holen. Selbstverständlich. Tipp ist angekommen. Vielen Dank, Markus. Ich sag jetzt mal bis zum nächsten Mal. Ciao, mach’s gut und wir hören uns.

Markus: Danke für die Einladung. Ich hoffe, du, liebe Hörerin, lieber Hörer, habt ein bisschen was mitnehmen können. Ich wünsch dir alles Gute, bedanke mich, dass ich da sein konnte und dass es dir gut geht.

Das war der 50+ und drunter Podcast. Wenn es dir gefallen hat, abonniere jetzt und hinterlasse einen Kommentar.

Alle weiteren Infos zur Folge findest du in den Shownotes. 

Ralf Gabler erreichst du unter ralfgabler.de. Er freut sich von dir zu hören. 

Bis zum nächsten Mal.

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