Boxen mit 50plus Podcast

50plus Podcast | Boxen | Christoph Teege | #13

RALF GABLER

Boxen mit 50plus?

Geht das? Macht das Sinn?
Das Gespräch mit Christoph Teege klärt dich auf, wie das mit dem Boxen im Alter so ist. „Er sieht aus wie ein Messdiener, kämpft aber wie der Teufel.” sagte Pro 7, wo er bei Stefan Raab geboxt, gequizzt (und gewonnen) hat.
Hör einfach rein, es lohnt sich auch wenn du selbst (noch) nicht boxen willst.

Zu Christoph Teege geht es hier: Christoph Teege
und hier auch: Christoph Teege auf XING

Mich erreichst du über die Kommentare unten.

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Für alle, die lieber lesen, statt anzuhören, habe ich ein grobes Transcript für das Interview zum Thema Boxen erstellt. Mit Fehlern, aber bitte:

Ralf: Du bist nie zu alt, um jung zu sein. Der 50+ und drunter Podcast. Genieße dein Mittelalter stark, glücklich und gesund. Mit Ralf Gabler.

Christoph: Hallo Herzlich Willkommen zum 50 plus Podcast heute wieder mit einem ganz, ganz interessanten Gesprächspartner. Könnte man so vorstellen. Und in der roten Ecke der Christoph Teege. Der ist nämlich Quiz-Boxweltmeister und WWU Semi-Pro. Deutscher Meister im Boxen. Christoph Hallo.

Christoph: Ja. Hallo Ralf. Vielen Dank für die sensationelle Anmoderation. Sehr sehr gut. Sehr sympathisch.

Christoph: Ja. Ich komme natürlich nicht ganz an diesen super mega Boxansager ran. Hab auch nicht lange genug dafür geübt. Muss ich ich sagen. Fand es aber total spannend. Freue mich auch auf dich. Freue mich riesig dich hier zu haben und freue mich auch riesig, dich mit deinem Thema Boxen hier zu haben. Du hast ja, dadurch bin ich ursprünglich auf dich gestoßen eine ganz gute Affinität zum Thema 50plus. Du bist 50plus Botschafter, richtig? Und du bist Box-Coach. Wie verbindest du denn 50plus und Boxen?

Christoph: Wie verbinde ich 50 Plus und Boxen? Es gibt zwei Gründe. Zum einen, der erste Grund ist, ich hab beim Boxen viel von den Älteren gelernt, die waren alle auch um die 50, also einige Trainer, die waren ja deutlich über 50, von denen hab ich halt viel gelernt. Viel abgeguckt ist das eine. Und jetzt selber in der Tätigkeit als Box-Coach hab ich halt auch viele Kunden, die um die 50 sind. Und dann kann ich halt das wissen, was ich bekommen hab. Das kann ich jetzt eben an die Kunden weitergeben, weil die wollen genau so behandelt werden wie Jüngere. Nur halt mit anderen Übungen, die man kann den Körper ja genauso trainieren wie in 20 jährigen. Nur man muss halt die Belastung ein bisschen anders anpassen.

Christoph: Okay, dann haben wir ja schon mal den die erste Frage im Prinzip so nebenbei geklärt. Also Boxen ist durchaus ein Thema auch für Menschen mit 50+.

Christoph: Definitiv. Also das Boxen ist ein Thema oder eine Sportart für für Männer und Frauen, unabhängig vom Fitness Level und für jedes Alter. Ich hatte, jetzt muss ich gucken, ich glaube es war November, im November. Ja, im November war ich zu Gast in einem Seniorenheim, weil wir dort nächstes Jahr ein Pilotprojekt starten wollen für Menschen, die naja, also Durchschnittsalter bei denen im Heim ist 80. Und da wollen wir, wollen wir halt auch Boxen anbieten. So, und jetzt fragt man sich, wie soll das funktionieren? Hauen die sich da auf die auf die Nuss? Natürlich nicht. Also es geht halt darum einfach. Na ja, das ist halt so das erste, die erste Assoziation wenn Leute boxen, hören, denken immer okay, das ist immer gleich ins Gesicht schlagen und auf die Nuss. Ist ja Blödsinn, weil das halt nur ein Vorurteil ist, ein Klischee. Und wir machen es dann halt damit, dass wir viel Koordinaton, also Koordination Ausübung machen, eben um den Kopf zu fordern und eben auch um den Körper zu fordern.

Christoph: Okay. Und um ein Klischee zu bedienen Das Pflegepersonal hat jetzt keine Angst.

Christoph: Nein, um Gottes willen. Nee, nee, nee. Nein. Also ich sage mal schlagen, schlagen ist nur im Boxring erlaubt. Und die machen also die, die das machen, die machen das freiwillig. Die sind darauf vorbereitet und sind sich auch der Risiken bewusst. Und ansonsten kann man halt vom Boxen auch profitieren, ohne dass man einen Wettkampf macht.

Christoph: Ja, den kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich finde auch den den Ansatz sehr, sehr gut. Schlagen ist nur im Boxring erlaubt. Dass du du weißt es ja wahrscheinlich nicht. Ich komm aus dem Kampfsport. Ich bin, ich habe 20 Jahre lang super intensiv Kampfsport gemacht. Okay.

Christoph: Allerdings nicht Boxen. Das fehlt mir. Ich war im japanischen Bereich unterwegs, habe weniger mit den Schlagen, doch schon mit sehr schlagenden Sachen zu tun gehabt. Aber auch nicht, dass das fernöstliche Boxen, also Karate, sondern eher Judo, Ju-Jutsu, Aikido, Kendo sollte die ganze Schiene dort. Und da gibt es eben das ist auch diese Geschichte, dass dieser Kampfsport in Boxen, ich denke mal, ist richtig, wenn man sagt, dass auch ein Kampfsport oder wie bezeichnen sich Boxer selber?

Christoph: Es ist ein Kampfsport. Also es ist gut, dass du das ansprichst. Denn normalerweise machen ja immer die die Judoka oder die Leute die Karate machen oder Kung-Fu machen, die sagen das bewusst, um sich abzugrenzen vom Kampfsport.

Christoph: Die machen Kampfkunst. Da steht die Kunst im Vordergrund und eben nicht der Kampfsport. So, ja mein Gott, Man kann sich halt bei den Begrifflichkeiten aufreiben. Ja, ja, es ist halt Kampfsport, so wie.

Christoph: Ich das jetzt relativ leger. Ich sehe letztlich auch die fernöstlichen Kampfkünste als Kampfsportarten fertig. Ja, es geht darum, da muss man auch sehen, wo das herkommt. Da ist der ferne Osten im Zweifelsfall noch viel schlimmer als die Boxer.

Christoph: Im fernen Osten ging es einfach schlichtweg nur darum, den anderen zu töten.

Christoph: Ja und richtig, wir reden halt von einer Sportart wie Fußball, Tennis, Handball wie jede andere Sportart auch. Nur dass wir eben, dass unsere Trainingsgeräte, die die Fäuste sind und uns eben den Ball nicht aufs Tor schießen, nicht mit einem Tennisschläger versuchen sind den, den er den Tennisball über ein Netz zu zimmern, sondern wir versuchen eben mit Hilfe der Fäuste Punkte zu sammeln oder bzw. den Gegner zu besiegen, indem man ihn k.o. schlägt.

Ralf: Okay, wo? Wenn du jetzt gerade dieses wunderschöne Beispiel gebracht mit Tennis, Schlägern oder Fußball oder sonst irgendwas? Wo besteht für dich der Vorteil jetzt, oder? Das besonders Spannende beim Boxen, im Vergleich eben zum Tennis oder zum Fußball oder sowas. Wo siehst du denn das besonders tolle darin die Fäuste zu benutzen?

Christoph: Also ich sehe den Fitness Aspekt, den stelle ich mal im Vordergrund und da hast du halt beim Boxen den Riesenvorteil, dass du jederzeit einsteigen kannst, dass du immer in einer Gruppe trainieren kannst und dass du auch sehr schnell Erfolgserlebnisse produzierst. So weil jeder kann die Fäuste bewegen. So und wenn du das erste Mal auf einen Sandsack schlägst oder Schlagpolster, dann merkst du okay, da habe ich auch Kraft. Wenn du dann länger dabei bist, dann stellst du fest, boah, das ist technisch ganz schön anspruchsvoll, die Geraden richtig zu platzieren, die Haken richtig zu schlagen. Nur der Weg dahin, der macht halt Spaß. Und das ist im Vergleich zu anderen Sportarten, wo du erstmal ja sehr lange sehr viel Technik Training machen musst. Damit das einigermaßen gut aussieht, hast du beim Boxen den Vorteil, du kannst sofort einsteigen in eine Gruppe. Jeder kommt auf seine Kosten und du produzierst relativ schnell Erfolgserlebnisse, die halt dazu führen, dass du weitermachst. Und wenn du lange genug dranbleibst und weitermachst, dann hast du eben die Möglichkeit. Oder du tust was. Du baust Stress ab. Du sorgst dafür, dass du fit bleibst. Du sorgst dafür, dass du fit oder fitter wirst. Und das ist ja das, was wir haben wollen, dass wir eben bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig bleiben. Und das geht eben im Vergleich zu anderen Sportarten mit Boxen einfacher. Auch was fällt mir noch ein? Naja, weil wir halt auch keinen hohen Materialaufwand haben.

Ralf: Den Materialaufwand, was braucht es Handschuhe? Klar, Handschuhe.

Christoph: Also naja. Wobei noch nicht einmal Handschuhe. Also jetzt in der Korona Zeit ist das Boxen ja ein bisschen eingeschränkt. Das bedeutet, ich mache jetzt viel Fitness Boxen Online Training. Das heißt, die Teilnehmer schalten sich über Zoom dazu und wir trainieren dann über Zoom gemeinsam. Und viele haben halt nicht mal Handschuhe an. Das heißt, wir machen ganz normal klassisches Schattenboxen mit und kombinieren das halt eben mit Übungen aus dem Athletik Training. Und dann brauchst noch nicht mal, brauchst noch nicht mal Handschuhe.
Geht auch ohne

Ralf: Damit braucht das dann auch wirklich nicht mehr arg viel. Da gebe ich dir recht.

Ralf: Na ja. Wie? Wie steigt denn so ein klassischer, also ich nehme mal an du, irgendjemand hört jetzt hier zu. Vielleicht. Hört ja zu. Hallo? Hat jemand?

Christoph: Ach, mit Sicherheit hört hier jemand zu!

Ralf: Und der wendet sich jetzt an dich und sagt du Christoph: Ich habe das so geil gefunden. Ich möchte gern Boxen anfangen.

Christoph: Ja, sehr gerne.

Ralf: Wie startest du mit so jemand?

Christoph: Wie starte ich? So, ich schmeiß ihn, also klar, man muss halt erst gucken, wer ist die Person, also welche Grundvoraussetzung bringt die Person mit und welches Ziel verfolgt sie?

Christoph: Was sind deine Hörer? Die sind eher, klar 50+, aber die sind alle normal Sport gesund

Ralf: Sagen wir mal, normaler Unternehmer, der halb Profi ist, weil er Fight Club schon einmal,

Christoph: die ganzen die ganzen Rocky Filme

Christoph: genau haben. Also soweit, also worauf ich hinauswill, die sind sportgesund. Also die können und dürfen Sport machen. Ich und dann integriere ich sie relativ schnell in die Gruppe, bedeutet die machen sofort mit. Also Klar halt, ich erklär halt immer die die Übung, die wir machen. Ich zeig sie auch vor und dann sollen die das erstmal selber ausprobieren und dann kann man halt. Beim Ausprobieren kann ich dann immer hingehen und sagen Okay, guck mal nochmal, wir machen das nochmal so und wir machen das so und gehe dann ein bisschen korrigierend ein. Aber bei mir ist wichtig, dass die wirklich ja schnell einsteigen, schnell Spaß haben, Erfolgserlebnisse produzieren, weil das sorgt dafür, dass die dranbleiben. Und das ist halt das Wichtigste, wenn du mit irgendetwas anfängst, das du oder du, wenn du mit Sport anfängst, dass du eben nicht nach vier Wochen aufhörst, sondern dass du dranbleibst.

Ralf: Okay. Klingt. Klingt ja mal ganz gut.

Christoph: Er Ja. Wie?

Christoph: Du hast ja gesagt, dass dieses, das ist ja dann die die extreme 50plus dein Programm, was war es? Im Pflegeheim?

Christoph: Genau genommen Seniorenheim.

Ralf: Ja. Seniorenheim. Wie? Wie steigst du mit denen ein? Bringst du da Boxsäcke mit, oder geht das mit Schattenboxen dann los?

Christoph: Nee, wir werden dann auch schon. Also wir haben die, wir haben die Einheiten, die werden ja so 20 bis 30 Minuten, werden die ungefähr sein. Und dann bringe ich eben das Material mit. Bedeutet, ich bringe die Pratzen mit. Ich bring die Handschuhe mit und ich bringe sogenannte Boxhandschuhe mit. Und dann machen wir Partner Übung, wo ein Partner die Pratzen hält und der andere darf gegen die Pratzen reinschlagen.

Ralf: Stark

Christoph: … und dann lernen die die Grundlage, dann lernen die, die Kombination. Und wie gesagt, das Ganze hat ja das Ziel, dass sie sich bewegen, dass Sie fit bleiben, dass Sie sich ja, dass Sie Spaß haben und man kann sich halt gut vorstellen, da will keiner irgendwie in den Ring und Wettkämpfe machen. Deswegen gibt’s da auch keine blauen Augen oder keine blutigen Nasen oder niemand wird er auch k.o. Geschlagen, sondern da steht halt der Sport im Vordergrund.

Christoph: Ja neh, klingt also, ich finde sowas ja total cool, weil du sagst steigt keiner mehr in den Ring, das denke ich auch nicht. Was sind denn, ich kenne mich mit Boxen kein Stück aus, was sind denn so die ältesten Kämpfe, die es gibt? Oder gibt’s da irgendwie so etwas wie einen Master?

Christoph: Es gibt nur einen oder sowas.

Christoph: Ja, es gibt eine; Gott; jetzt fragst du mich was. Also bin ich überfragt. Also was ich jetzt mitbekommen habe, oder wie du vielleicht auch mitbekommen hast. Vor ein paar Tagen hat der Mike Tyson nochmal geboxt gegen Roy Jones und die waren ja auch beide, oder sind ja beide alt.

Ralf: Wie alt sind die?

Christoph: Ich glaube 54, 55 und das sah halt immer noch ansehnlich aus.

Christoph: Ja also man kann das bis ins hohe Alter machen. Muss man aber nicht.

Ralf: Ja ich denke ich kann von mir aus weiß ich einfach mit Judo zum Beispiel. Das kannst du problemlos machen. Bis 70, 80, über 80 noch raus, auch noch auf einem ganz ordentlichen Niveau, wo du wirklich sehr gut mittrainierst. Geht aber definitiv nur, wenn du dabeibleibst. Ja, dass in dem Alter nochmal einzusteigen, das kann man tun. Wahrscheinlich auf einer ähnlichen Basis wie beim Boxen. Dass du Fitness Bereich machst. Viel am Boden. Et cetera. Wettkämpfe würde ich in dem Alter nicht mehr starten. Das tatsächlich nur, wenn du im Prinzip nie rausgegangen bis.

Christoph: Ja für einen späteren Einstieg glaub ich mach das dann auch keinen Sinn mehr. Muss ja auch nicht sein. Man muss ja nicht unbedingt Wettkämpfe machen.

Christoph: Nee, um Gottes willen. Nur das ist halt eben häufig das, womit manche Sportarten assoziiert werden. Und bei Boxen ganz extrem, weil wir halt auch nur die Boxkämpfe zu sehen bekommen in den Medien. Also wenn über Boxen berichtet wird, dann sind es halt entweder negative Schlagzeilen oder halt die Boxkämpfe. Sobald das interessiert halt die meisten. Und die, die sich eben für das Boxen mehr interessieren, die haben natürlich noch eine andere Perspektive in anderen Einblick. Und für die geht’s bei einem Boxkampf weniger darum, wer jetzt am meisten blutet, sondern die wollen halt sehen. Also die interessieren sich mehr für die Technik und für die Wettkampf Strategie und für die allgemeine Fitness. Aber, so der Laie, der will einen möglichst brutalen Boxkampf sehen, wo viel Blut fließt. Und oha, so richtig wie damals im alten Griechenland. Brot und Spiele. Aber wie gesagt, die Leute, die sich ein bisschen mehr auskennen oder sich ein bisschen mehr dafür interessieren, die interessieren sich halt auch mehr fürs Boxen an sich. Also spricht für die ganze Technik, Fitness und alles, was drum herum passiert, was für mich tatsächlich auch noch spannend wäre.

Ralf: Als Kampfsportler Wie beurteilst du denn die Geschichte so? Also beim Fußball hast du ja im Prinzip jetzt die Chance, dich hinter einer Mannschaft zu verstecken. Nun ja, elf Leute; beim Boxen geht das ja nicht.

Christoph: Jetzt auch nicht. Ausgehend von deinen, von deinen super Senioren, sondern von den Normalen. Wenn es so Mann gegen Mann geht. Wie beurteilst du das im Bezug auch auf Persönlichkeitsbildung und als Persönlichkeitsfestigung?

Christoph: Ja. Ist ein Riesen, ein Riesensprung in der Persönlichkeit. Weil du ja. Weil dir sehr schnell. Oder weil dir bewusstwird, dass du für dich die vollständige Verantwortung übernimmst oder übernehmen musst. Wenn du in den Ring steigst.

Christoph: Weil du genau weißt, der Typ gegenüber, der will dich halt vermöbeln und du kannst dich nicht, du kannst nicht weglaufen. Du kannst dich nicht verstecken. Die einzige Möglichkeit ist eben, dich der Herausforderungen zu stellen. Und damit fängst du halt Wochen vorher an, dich damit zu beschäftigen, weil mit dieser Herausforderung verbunden sind verschiedene Ängste, wie z.B. Angst zu verlieren, Angst sich zu verletzen. Angst, sich zu blamieren. Angst, nicht gut genug zu sein. Angst k.o. Geschlagen zu werden. Und diese Ängste. Mit diesen musst du dich halt konfrontieren und die musst du erstmal erst einmal meistern, bevor du eigentlich in den Ring steigen kannst, weil sonst bist du im Ring total blockiert und dann hat der andere ganz leichtes Spiel.

Ralf: Okay, und wir sind wieder drin. Sehr seltsam. Es ist seltsam, das Ganze. Du hast das Ding k.o. geschlagen.

Christoph: Ja, ja, kann man so sagen. Richtig.

Christoph: Christoph hat unsere Technik ausgeknockt.

Christoph: Ja, ich sag’s dir das. Mann. Mann. Mann. Mann. Mann.

Ralf: Dann ja was? Was mich so als Kampfsportler interessieren würde. Für dich als Boxer, zum einen Mal: Wie weh tut denn Boxen?

Christoph: Wie weh tut Boxen? Am Anfang sehr.

Christoph: Und eigentlich auch immer die ganze Zeit, wenn man Wettkämpfe macht bzw. wenn man sich halt auf die Wettkämpfe vorbereitet. Nur wie gesagt, das mag man. Kann halt auch vom Boxen profitieren, ohne dass man Wettkampf macht und dann tut es auch nicht weh. Das Einzige was man bekommt, ist ein bisschen Muskelkater, aber den nimmt man ja gerne in Kauf, wenn man dafür fit wird.

Ralf: Das ist auf jeden Fall richtig. Das ist auf jeden Fall richtig. Du hast ja auch dieses diesen Satz geprägt. Boxen statt Mimimi. Hat man das auch bei der reinen Boxfitness? Oder ist das eher dann so ein Wettkampf-Ding?

Christoph: Nee, das hat man auch bei der rein. Auch bei der reinen Box-Fitness oder beim reinen Fitness Boxen. Also Boxen statt Mimimi heißt oder steht halt dafür, steht für Motivation, steht für die Einstellung. Also Mimimi ist ja umgangssprachlich für die Leute, die immer viel am Jammern sind und Boxen steht halt dafür aktiv zu werden. Das bedeutet ja den Moment des Jammerns aushalten. Auch meinetwegen kurz jammern, nur dann überlegen wie kann ich. Wie kann ich das Problem lösen? Oder wer kann mir bei dem Problem helfen, dass man eben die, die die Einstellung ändert, die Perspektive ändert? In Okay. Wer oder was kann mir jetzt in der Situation helfen? Um dieses, dieses Problem, diese Herausforderungen, die ich habe, zu lösen oder zu meistern. Und dafür steht halt Boxen statt Mimimi. Da gibt’s halt, mittlerweile gibt’s auch einige Produkte dazu Kaffeebecher, Hoodie. Jetzt in der Corona Zeit haben wir Masken angefertigt oder so ein Halstuch angefertigt, so dass man halt auch seinen Mitmenschen gegenüber, die Botschaft mit mitteilen kann. Weniger Mimimi, mehr Maske, so dass man halt auch die anderen schützt und nicht nur uns und sich selbst.

Christoph: Natürlich auch cool finde ich. Gut entwickelt die „Maske statt Mimimi“. Wer genau hat was? Ja, das hat absolut was. Ja, dann wäre noch eine weitere Frage. Wie fühlt sich denn so ein KO an? Hattest du das schon mal?

Christoph: Ja, beides. Also ich habe sowohl mal jemanden k.o. geschlagen, als auch bin… und ich bin halt selber auch mal KO gegangen. Das geht relativ schnell. Also man denkt dann halt an nichts. Man ist halt wie weggetreten. Das fühlt sich halt so an, als wenn man sich ganz doll den Kopf stößt und dann ist man kurz weg und dann ist man wieder da. So, und dann also es passiert halt die Gehirnerschütterungen und dann muss man halt eben dem Gehirn die Möglichkeit geben, sich vollständig zu regenerieren. Das heißt Pause machen, Pause machen, Pause machen und das Gehirn halt auch ein bisschen fordern, damit sich das schnell wieder neu damit … also damit schnell neue Gehirnzellen wieder produziert werden können.

Ralf: Okay. Ja, klingt jetzt ein bisschen anders wie den K.O. den ich kenne. Okay. Ich hatte das mal im Judo, hatte ich das mal, da bin ich gewürgt worden. Okay und vergessen abzuschlagen bzw. ich wollte nicht, ich wollte ja nicht verlieren. Wurde dann auch mit einem kleinen Satz Ohrfeigen wieder zurückgekommen.

Christoph: Na gut, wahrscheinlich war es dann bei dir eher so eine Ab- …

Christoph: … wie sagt man? Nicht so Abfuhr, wo man Sauerstoff, die Sauerstoffzufuhr Richtung Gehirn. Nichts wird da unterbrochen.

Christoph: Genau und dann bist du halt langsam, langsam …

Ralf: … da kippst du dann irgendwann auch dann relativ plötzlich weg.

Ralf: Das sind zwei Dinge möglich: das eine ist eben tatsächlich, dass über die diesen Carotis Reflex, der ausgelöst wird, die Ohnmacht durch den Druck auf diese Druckzellen in der Halsschlagader. Und das Zweite ist eben wirklich, dass die Sauerstoffzufuhr unterbrochen ist.

Ralf: Ja, da war es mit Sauerstoff. Geschichte war hübsch, mit Sternchen. Hatte ich das erste Mal, dieses Sternchen Phänomen. Ganz coole Erfahrung.

Christoph: Auch eine schöne Erfahrung.

Ralf: Absolut ja. Du hast früher mal das würde mich noch interessieren; also zwei Sachen habe ich mir hier noch aufgeschrieben. Du warst ja mal Triathlet und hast ja da durchaus im Super-Ausdauerbereich schon was gerissen. Hast einen Ironman absolviert. Für alle die es nicht wissen 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Fahrrad, 42,125 Kilometer Laufen. Da braucht man dann als Christoph Teege, der gar nicht so super langsam unterwegs war – ein bisschen über 11 Stunden, ist man da dran. Wenn ich es jetzt richtig erinnere. Jetzt bist du am Boxen. Boxen sind ja eher so, ich weiß nicht, wie lange die Box Runde geht. 2 Minuten oder drei Minuten. Und da fallen dann eben so 10 Stück, sprich maximal 30 Minuten mit Pausen. Wie bewertest du so ein eher Intervallgeschichte, schnell Geschichte, Kraft-Geschichte für 50 plus im Vergleich zur Ausdauerarbeit. Mal unabhängig davon, dass beides Sinn macht, aber wo, wo würdest du eher Prioritäten setzen, oder wo setzt du eher Prioritäten und warum?

Christoph: Also bei mir schließt sich das nicht aus. Für diese Intervall Geschichte ist halt wichtig, unabhängig vom Alter, dass du über eine gewisse Grundlagenausdauer verfügst. Das heißt Grundlagenausdauer heißt, dass du eben in der Lage bist, bei moderatem Tempo, bei einer moderaten Intensität eine längere Strecke, sei es zu schwimmen, zu laufen oder dich halt einfach zu bewegen. So, und erst wenn, wenn da diese Grundlage gelegt ist, erst dann fange ich an, mit den Kunden Intervalltraining zu machen. Weil warum? Naja, ganz einfach. Das Herz muss sich erst einmal dran gewöhnen. Die Muskeln müssen sich dran gewöhnen, die sehen, müssen sich dran gewöhnen und die Knochen müssen sich dran gewöhnen. Und wenn du gleich mit Intervalltraining einsteigst, dann kann es halt sein, dass du mehr Schaden anrichtest, als du Nutzen bietest. Und das ist ja kontraproduktiv, weil nein, wir wollen ja, wir wollen ja Sport machen, damit es uns guttut, damit es uns besser geht. Und wir wollen uns ja nicht verletzen. Also wir betreiben ja kein Leistungssport. Es geht ja nicht um die, nicht darum, jetzt die Leistung zu entwickeln oder auf einen bestimmten Wettkampf zu trainieren, sondern die meisten wollen ja was wollen denn die meisten? Stress abbauen, fit bleiben oder fit werden.

Ralf: Lass mich ganz kurz dazwischen gehen. Ja. Ich glaube, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Okay. Es ging mir nicht um die eigentliche Trainingsform. Boxtraining, von der Idee her eher ein Intervalltraining.

Christoph: Also das mal so! Ja, ja wobei. Wobei du ja von der Trainings Form ja, man hat immer eine Belastungsdauer und eine Pausen Zeit. Also bist du schon im Intervalltraining. Nur der Riesenvorteil beim Boxen ist Du hast es ja sprichwörtlich in der Hand, wie intensiv das Training wird. Also jemand der schnell und hart schlägt, für den ist es anstrengender, als wenn jemand langsam und weniger langsam und weich schlägt, soft schlägt und du kannst halt auch bei des. Beim Training kannst du bestimmte Trainingsinhalte vorgeben und sagen Du schlägst jetzt eine gewisse Anzahl Sekunden in einem Tempo, indem du dich noch gut unterhalten kannst und dann kannst du auch mal so kleine Spitzen einbauen, wo du sagst Okay, jetzt mal 10 Sekunden so schnell und so hart schlagen wie ihr könnt, mal richtig auspowern und dann wieder langsam. Aber auch das macht halt nur Spaß oder hat einen Effekt, wenn eine gewisse Grundlagen Ausdauer vorhanden ist.

Ralf: Okay, und dann würdest du jetzt mit einem mit einem völlig neuen, gleich auch schon reingehen oder den erstmal eine Weile rennen lassen.

Christoph: Nee, gleich boxen, gleich aufwärmen, die Gelenke mobilisieren, dann Boxhandschuhe an und Pratzen Arbeit. Also wenn wir es wieder dürfen.

Christoph: Ja klar, das. Wir hoffen, dass der Podcast länger besteht als die Corona Pandemie.

Christoph: Zitat Das hoffen wir. Ansonsten es geht halt auch unter Corona. Doch eins zu eins würde gehen. Eins zu eins geht ja.

Ralf: Ja, also zumindest bei uns hier in Baden-Württemberg dürfen zwei Menschen zusammen Sport machen. Genau. Genau das ist erlaubt. Und beim Kampfsport sollte es immer der gleiche Partner sein. Richtig, dass da möglichst wenig Kontakt. Genau. Ja. Dann hat mich noch interessiert. Man hat also ganz kurz angesprochen in einem in einem kleinen Nebensatz. Wie geht, wie geht man was, was? Was ist ein absolutes K.O. Kriterium für Boxtraining und was geht noch mehr mit? Gibt’s irgendwelche Einschränkungen?

Ralf: Gibt’s irgendwelche Einschränkungen?

Christoph: Also solange du deine Arme bewegen kannst, kannst du auch boxen. Also ich habe schon Menschen gesehen, die halt im Rollstuhl sitzen und die haben aber trotzdem Boxhandschuhe an und boxen halt im Rollstuhl. So weil wie gesagt, Boxen ist halt nicht nur Wettkampf, sondern für viele ist es eben das Fitness Boxen, wo es halt darum geht fit zu werden oder zu bleiben. Und das kannst du auch vom Rollstuhl aus. Also gibt’s keine Einschränkung. Okay, so. Sobald du isst, na klar, sobald du die Hände und die Arme bewegen kannst. Méndez Harmonie geht schwer.

Christoph: Dann muss Kickboxen nehmen. Ohne Ende.

Christoph: Genau. Ja. Also auch. Ja, ja. Also wie gesagt, ich glaube jetzt mal beim normalen, bei normalen Boxtraining brauchst die Arme, war es die Hände. Und wenn du, wenn du die hast, dann kannst du halt auch boxen.

Christoph: Okay, okay, ne. Das war, finde ich spannend, auch tatsächlich zu sagen Nee, ein Boxer kann auch im Rollstuhl sitzen. Warum nicht? Er macht dann eben mit mit seinem Oberkörper, der sicherlich beim Rollifahrer ganz gut trainiert ist.

Christoph: Ja, macht er eben den Oberkörper drehen. Richtig. Im Zweifelsfall auch für seine Rollifahrerei wiederum hin.

Ralf: Richtig? Richtig.

Ralf: Ne, was ich vorher noch, wo ich mich etwas unverständlich ausgedrückt habe mit Ausdauertraining oder Kraft- oder Schnelligkeitstraining. Ich bin ja der bösartigen Meinung, dass je älter du wirst, umso weniger Ausdauertraining Sinn macht und Kraft bzw. Schnellkraft-Training immer mehr Sinn machen. Da bin ich. Da steh ich ja dahinter. Für junge Ausdauer, ja, das ist ok. Wenn älter, wenn nur eins von beidem, dann würde ich immer auf Kraft gehen.

Christoph: Ja, ja, um halt den Muskel aufzubauen. Also um die Muskeln zu erhalten.

Christoph: Richtig? Richtig. Ganz genau. Da wollte ich dich drauf gelupft haben. Aber macht nichts. Man muss es ja nicht erzwingen.

Christoph: Nee, nee, nee, ist halt. Ja. Hast ja recht.

Christoph: Na ja, aber das ist also letztlich deckt sich dann auch da unsere Meinung so ziemlich. Dass es sehr wichtig ist, im Alter Muskeln zu erhalten. Und dass du da über deine Boxtraining und über deinen Boxcoaching auch eine ganz gute Möglichkeit dazu hast. Richtig. Weil du es mehr oder weniger als Nähe, als eine Art Fitnesssport spezifisches Fitnesstraining aufbaut. Genau richtig und wichtig. Ja, schön. Super. Spannendes Thema. Finsteres Tal. Cool. Er hat macht auch Spaß, da drüber zu plaudern. Ja. Beide. Irgendwie. Kampfsport abschieben. Aber ich denke, vielleicht auch wirklich wichtig für die Zuhörer zu sagen Nee, sträubt euch nicht.

Ralf: Boxen kann man auch in höherem Alter noch anfangen. Kann man machen. Richtig. Vielleicht mit einem guten Coach. Einfach nicht auf die Straße gehen und prügeln anfangen. Ne, die an sich einen guten Coach nehmen, der, dass der das gut beibringt und gut weiterführte.

Christoph: Dann gibt es eine tolle Möglichkeit für Fitness. Im Alter kann man das so sagen? Das kann man so unterschreibe ich sofort nochmal. Unterschreibe sofort. Du ja was. Was möchtest du denn noch unbedingt zum Thema Boxen?

Christoph: Box Coaching, Sport im Alter zu was auch immer loswerden?

Christoph: Christoph Oh, sie noch loswerden will. Also vielleicht den Satz. Dass es nie zu spät ist, um mit Boxen anzufangen.

Ralf: Ja, das ist ein. Das ist ja mal schön. Würde ich jetzt einfach mal so sagen, könnte man auch als schönes Schlusswort setzen.

Christoph: Kerners nie Speed mit Boxen anzufangen, so wie ich immer sage es ist ein Du bist nie zu alt, um jung zu sein. Auch schön. Gefällt mir auch. Okkulter liegt sicher dann eigentlich auch ganz gut wieder damit. Boxen ist für viele sicherlich im Kopf eher ein junger Sport. Ja, und man ist nie zu alt, um jung zu sein. Also man ist auch nie zu alt um zu boxen. Richtig oder damit noch anzufangen möchte ich gut.

Ralf: Wenn ich mal die Chance dazu habe, dich persönlich zu treffen, dann musst du mir unbedingt was zeigen. Während ich mich total interessant, denn geboxt in dem Sinne habe ich nie. Ja wäre also auch für mich mal eine ganz interessante Nummer. Würde mich begeistern und wir hatten im Vorgespräch hatten wir es ja schon mal davon. Du hast noch ein zweites ganz cooles Thema, das verraten, weil ich gar nicht dazu. Aber wir werden uns über dieses zweite ganz coole Thema auf jeden Fall auch noch unterhalten. Ja, sehr, sehr gerne freue ich mich schon drauf. Ja super du. Mir hat das Spaß gemacht, trotz technischen Imperfektion. Und ich sag jetzt einfach mal ganz herzlich Dankeschön, Christoph.

Christoph: Danke auch.

Ralf: Wir vertagen, verlagern oder was auch immer uns auf ein weiteres Mal. Ich freue mich wieder mit dir zu quatschen. War nett und war unterhaltsam. Ja, danke auch für die Einladung.

Ralf: Sehr gerne dein Schlusswort.

Christoph: Mein Schlusswort. Ich glaube, ich wiederhole mich da einfach nochmal. Es ist nie zu spät, mit Boxen anzufangen.

Ralf: Alles klar? Dann sage ich danke Christoph. Und bis zum nächsten Mal.

Christoph: Bis zum nächsten Mal. Mach’s gut. Ciao.

Ralf: Das war der 50+ und drunter Podcast. Wenn es dir gefallen hat, abonniere jetzt und hinterlasse einen Kommentar. Alle weiteren Infos zur Folge findest du in den Shownotes. Ralf Gabler erreichst du unter ralfgabler.de. Er freut sich, von dir zu hören. Bis zum nächsten Mal.

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