Überschätzte Krebsvorsorge – Ärzte manipulieren Patienten

In der Süddeutschen ist ein interessanter Artikel zum Thema Krebsvorsorgeuntersuchungen. Die deutschen Patienten überschätzen wohl den Effekt der Untersuchungen maßlos:

Nach einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung schneiden sie unter 10 000 Befragten aus neun Ländern am schlechtesten ab.

Richtig heftig wird es dann, wenn es um die Quellen der Information geht:

Auch wer sich regelmäßig über Gesundheitsthemen im Fernsehen, Internet oder in Zeitungen informiere, wisse nicht besser Bescheid, urteilt einer der Autoren der Studie, der Berliner Professor Gerd Gigerenzer. Es gebe in der Bundesrepublik keine Informationsquelle, die zu besseren Erkenntnissen führe. Noch schlechtere Ergebnisse habe es lediglich unter den Befragten gegeben, die sich auf eine Beratung durch ihren Mediziner oder Apotheker verlassen. „In Deutschland überschätzen Frauen, die sich ihre Informationen vom Arzt holen, häufiger den Nutzen des Screenings als andere“, sagte Gigerenzer.

via Deutsche Patienten halten Nutzen für weitaus höher, als er ist – Überschätzte Krebsvorsorge – Nachrichten – sueddeutsche.de.

Damit ist klar – Ärzte machen ihren Patienten unnötige Angst vor Krebs und höchstwahrscheinlich vor Erkrankungen allgemein. Was diese Angst im Patienten auslöst dürfte jedem, der auch nur ein wenig Ahnung von Hypnose hat klar sein. Durch die grundsätzliche Trance, die ein Arztbesuch auslöst wird der Krebsgedanke sozusagen direkt in das Unterbewusste programmiert. Traurig – aber wahr. Auch wenn der Arzt das sicherlich aus Unwissenheit tut ist das Resultat gleich fatal.

Ralf Gabler

topfit und gesund mit 40+

2015-12-17T06:54:26+00:00 By |2 Comments

2 Kommentare

  1. Robert Zuhlberg, Starnberg August 21, 2009 um 9:40 pm Uhr- Antworten

    Wenn anstatt 5 o/oo nur 4 o/oo an den Folgen der Erkrankung sterben, so bedeutet das eine Reduzierung der Sterblichkeit um 20%!

    Und sie behaupten nun, Ärzte manipulieren und machen unnötige Angst… Was für ein Unsinn!

    Es mag richtig sein, dass viele Menschen im Umgang mit Statistiken ungeübt sind. Wenn dieser Umstand nun einhergeht mit der jeweiligen persönlichen, unfundierten Wahrnehmung von Gesundheitsrisiken, so ist es durchaus verständlich, wenn grosse Differenzen zwischen Einschätzung und tatsächlichem Risiko vorhanden sind.

    Kernaussage der Untersuchung ist die Tatsache, dass die Fähigkeit Statistik zu lesen und zu interpretieren verbessert werden muss. Dies gilt aber nicht nur für Mediziner…

  2. Wie Ärzte ihren Patienten schaden können » Beitrag » omniflow September 22, 2009 um 4:03 pm Uhr- Antworten

    […] Zeit hatte ich auf Studien hingewiesen, die den Nutzen der Krebsfrüherkennung in Frage stellen. (Artikel) Nun bin ich auf einen weiteren Artikel gestoßen, der meine Einschätzung zum Risiko ärztlicher […]

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