Hypnose – Vorurteile

Manche Menschen verbinden mit dem Thema “Hypnose” einige völlig unzutreffende Vorurteile. Darstellungen in den Medien oder Show-Vorstellungen von Diskotheken- oder Bühnenhypnotiseuren lassen schnell ein falsches Bild über Hypnose entstehen. Gerne nehme ich Ihnen die Angst in Hypnose jemandem willenlos ausgeliefert zu sein. Oder gar die Sorge die Kontrolle über sich zu verlieren.

Hier möchte ich für Sie die großen Vorurteile gegenüber der Hypnose entkräften: Sie finden hier sechs häufige Vorurteile zur Hypnose. Die Antworten sind für die Sporthypnose gleichermaßen gültig.

1. Vorurteil

1. Vorurteil: “Man ist doch bewusstlos und dem Hypnotiseur ausgeliefert”

Dieses Vorurteil könnte von manchen Hollywood-Filmen ausgehen. Wahrscheinlich spiegelt es auch die natürliche Angst wider jemandem ausgeliefert zu sein. Beide Vorurteile sind aber vollkommen falsch. Warum?

Erstens sind Sie in Hypnose nicht bewusstlos (genaue Erklärung weiter unten) und zweitens sind Sie dem Hypnotiseur nicht ausgeliefert. Vielmehr entscheiden Sie auch in Hypnose immer selbst, ob Sie den Vorschlägen (Suggestionen) des Hypnotiseurs folgen möchten oder nicht. Ich erkläre meinen Patienten regelmäßig: Sie sind es, die die Hypnose zulassen, falls Sie das möchten. Sie können nicht gegen Ihren Willen hypnotisiert werden.

2. Vorurteil

2. Vorurteil: “Man kann in Hypnose manipuliert werden”

Hypnose hat mit ungewollter Manipulation absolut nichts zu tun. Genau so, wie Sie gegen Ihren Willen nicht hypnotisierbar sind, kann man Sie auch nicht gegen Ihren Willen manipulieren. Der Hypnotiseur macht lediglich Vorschläge, Ihr Unterbewusstsein entscheidet, ob es die Vorschläge bearbeitet. Sie entscheiden wiederum selbst ob Sie diese Vorschläge annehmen möchten.

Die Kunst des Hypnotiseurs besteht darin, diese Vorschläge gut in Worte zu verpacken. So gut dass Sie keine besondere Lust verspüren die Vorschläge nicht anzunehmen. So können Sie sich auch mit Themen oder Problemen beschäftigen, die Sie im normalen Zustand vielleicht nicht unbedingt angehen würden.

Da Sie in Hypnose aber über ein hohes Maß an Kreativität verfügen, können Sie solche Blockaden neu betrachten und leicht in ein anderes Licht rücken. Mit Manipulation hat das sicherlich nichts zu tun. Ein Hypnotiseur ist vielleicht eher wie ein Moderator einer guten Talkshow. Er versucht die Teilnehmer und Ihre Ansichten aufzugreifen. So entsteht bei Jedem Bewegung und das Thema kann möglichst sinnvoll und lösungsorientiert aufgearbeitet werden.

3. Vorurteil

3. Vorurteil: “In Hypnose ist man gelähmt”

Entspannung ist für Hypnose nicht zwingend notwendig. Jeder Jogger kennt die Situationen, in denen er beim Joggen über das eine oder andere nachdenkt und das eigentliche Laufen fast unbewusst abläuft – übrigens schon wieder ein Beispiel für die Natürlichkeit der Hypnose. So können Sportler durchaus bei einfacher sportlicher Tätigkeit hypnotisiert werden. Im Rahmen der Sporthypnose geschieht dies auch regelmäßig.

Es ist häufig angenehmer und einfacher wenn Sie die Hypnose in einem entspannten Zustand erleben. Mit Lähmung hat das nichts zu tun. Sie genießen einfach die körperliche Entspannung und haben weniger Lust, sich zu bewegen, weil diese Entspannung so angenehm ist.

4. Vorurteil

4. Vorurteil: “In Hypnose kann man Probleme einfach so wegschnippen”

Ein verständlicher Wunsch, den Patienten immer wieder äußern. “Herr Gabler, können Sie mir mein Problem wegmachen?”, ist häufig der Ansatz zur Hypnose-Behandlung. Hypnose ist jedoch ein aktiver Prozess, an dem Sie als Patient intensiv beteiligt sind. Sind Sie richtig motiviert (dazu unten mehr), werden Sie auch großes Interesse daran haben Ihren Problem-Lösungen näher zu kommen. Durch Ihre Fortschritte wird Ihre Motivation in jeder Sitzung auf das Neue belohnt. So bin ich Ihr Begleiter auf dem Weg zur Wiedererlangung der Kontrolle über Ihre Selbstheilungskräfte. Häufig ist die Erkenntnis, dass Sie eigentlich alles in sich haben, um ihre körperlichen oder seelischen Probleme zu lösen, der eigentliche Durchbruch.

5. Vorurteil

5. Vorurteil: “Intelligente Menschen kann man nicht hypnotisieren”

Ihre Intelligenz oder Willensstärke haben nichts damit zu tun, ob sie in Hypnose gehen oder nicht. Die eigentliche Frage ist: Wollen Sie in Hypnose gehen?

Gegen Ihren Willen (siehe oben) ist kein Mensch hypnotisierbar, auch Sie nicht. Wollen Sie in Hypnose einen ganz besonders kreativen Zugang zu sich und Ihren Problemen finden, werden Sie doch vermutlich gerne in Hypnose gehen. Allein schon das angenehme Gefühl der tiefen Entspannung zu genießen ist es wert, sich hypnotisieren zu lassen. Gerade besonders intelligente oder willensstarke Patienten schätzen es nach meiner Erfahrung sehr, den besonderen Zugang zu ihrem Innenleben zu nutzen.

6. Vorurteil

6. Vorurteil: “Hypnose ist etwas Mystisches, Hypnotiseure haben einen starren Blick und eine beschwörende Stimme”

Wie so viele Vorurteile liegt auch dieses völlig daneben. Die Wissenschaft ist sich nicht ganz einig, was Hypnose genau ist. Sie ist sich vollkommen sicher – etwas Mystisches ist es garantiert nicht.

Hypnose ist ein natürlicher Zustand, wie weiter oben ja bereits erwähnt ist.

In der Therapie nutzen Sie diesen Zustand eben nur ganz bewusst. Sie ermöglichen sich so Veränderungen, die Ihnen sonst vielleicht verwehrt blieben. Starrer Blick und beschwörenden Stimme sind in der klinischen Hypnotherapie fehl am Platz.

In der modernen Hypnose oder Hypnotherapie sind neben dem aufrichtigen Umgang mit dem Patienten, vor allem dessen Vertrauen zum Therapeuten (in der Hypnose Rapport genannt) sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Therapeuten entscheidend. Nur wenn es der Heilpraktiker schafft, Ihre individuellen Probleme und Ziele anzunehmen, kann eine medizinische Hypnotherapie Erfolg haben.

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