Hypnose in der Medizin: Entspann dich, jetzt kommt das Skalpell

Guter Artikel über Hypnose in Spiegel Online. Sachlich gut beschrieben, Fakten und Vorgehensweisen sauber erklärt:

Der wahnsinnige Doktor Mabuse, Bühnenmagier, Spiritisten: Lange Zeit galt Hypnose als anrüchig oder esoterische Spinnerei. Doch seit kurzem dient sie als medizinisches Hilfsmittel: bei Operationen, Flugangst, Depressionen – sogar beim Zahnarzt.

Auch das Bild für den hypnotischen Zustand ist gut gewählt:

Aber wie ist das zu erklären?

„Die mentale Aufmerksamkeit verengt sich, so wie der Fokus einer Tele-Linse im Vergleich zu einem Weitwinkelobjektiv“, sagt der amerikanische Psychiater David Spiegel von der Stanford University, der den hypnotischen Trancezustand untersucht hat.

In der Hypnose ist genau so, wie in der Selbsthypnose, die Aufmerksamkeit stark auf einen Punkt gerichtet (focusiert). Hypnose ist eben kein Schlaf, sondern im Gegenteil – ein besonders aufmerksamer und konzentrierter Zustand. Dieser Umstand des enormen Fokus ist auch in der Sporthypnose nützlich. Denn genau das benötigt der Leistungssportler zum Erfolg.

Auch sehr gut ist der Vergleich von Hypnose und Phantomschmerz:

In gewisser Weise ist eine Hypnose damit das Gegenteil des Phantomschmerzes, den Amputierte in verlorenen Gliedern zu spüren glauben. In solchen Fällen reagiert das Gehirn, als ob es Signale von Rezeptoren empfängt, die in Wirklichkeit nicht mehr existieren, und interpretiert sie als Pein. In der Hypnose dagegen sind die Signale echt, und sie kommen auch an. Doch vermag es das Gehirn nicht, diese als Schmerz zu identifizieren.

Das ist der Grund, warum Hypnose bei der Behandlung von Tinnitus so gut angebracht ist. Tinnitus ist letztlich nichts anderes als ein Phantomschmerz des Hörorgans. Tinnituspatienten hören einen Ton der nicht existiert, mit Hypnose, die sozusagen das Gegenteil ist, kann Tinnitus wunderbar behandelt werden.

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Traurig wird es dann, wenn sich in der Kommentarfunktion „Jahrmarktzauberer“ und „echte Ärzte“ darum streiten, wer der Fachmann für Hypnose ist. Ich habe im Laufe meiner langen Hypnoseerfahrungen viele nicht promovierte Hypnotiseure getroffen, die unglaublich einfühlsam und kreativ mit ihren Patienten arbeiten. Auf der anderen Seite kenne ich auch Ärzte, die mit 08/15 Suggestionsscripten versuchen ihre Patienten zu reparieren. Der Titel – egal von welcher Universität oder welchem Institut ausgestellt – sagt nur wenig über individuelle klientenorientierte Hypnosearbeit aus.

Suchen sie sich einen Therapeuten, der ihnen vom tiefsten Inneren heraus sympatisch ist. Einen Hypnotherapeuten, der Vertrauen bei ihnen auslöst, bei dem sie sich ein wenig geborgen fühlen. Wenn dieser Hypnotherapeut dann zusätzlich Heilpraktiker oder Arzt ist, dürften sie dort gut aufgehoben sein. Vertrauen sie ihrem Gefühl!

Ralf Gabler Unterschrift fuer Weblog

Ralf Gabler
topfit und gesund mit 40+

2017-02-16T09:12:12+00:00 By |0 Kommentare

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